Anhörung im US-Senat Facebook-Insiderin: Konzern muss Algorithmen offenlegen

Die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen fordert eine stärkere Regulierung des Facebook-Konzerns. Man brauche Einblicke in die Algorithmen und die Funktionsweise der Onlineplattform, forderte sie im US-Senat. "Aus eigenem Antrieb wird Facebook weiter Entscheidungen treffen, die gegen das öffentliche Wohl gehen", sagte sie.

Auf diesem von CBS zur Verfügung gestellten Foto unterhält sich die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen mit Scott Pelley von CBS in einer Folge von "60 Minutes", die am Sonntag, den 3. Oktober 2021 ausgestrahlt wurde.
Im Interview mit dem Fernsehsender CBS ließ Frances Haugen in die Abläufe bei facebook blicken. Bildrechte: dpa

Die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen hat im US-Senat öffentliche Einblicke in die Funktionsweise des Online-Netzwerks gefordert. "Facebook formt unsere Wahrnehmung der Welt durch die Auswahl der Informationen, die wir sehen", kritisierte die Whistleblowerin am Dienstag bei einer Anhörung. Die 37-Jährige arbeitete rund zwei Jahre bei Facebook.

Eingreifen der Politik gefordert

Haugen forderte ein Eingreifen der Politik: "Aus eigenem Antrieb wird Facebook weiter Entscheidungen treffen, die gegen das öffentliche Wohl gehen." In den USA löste besonders ihr Vorwurf Empörung aus, Facebook habe interne Studien ignoriert, dass Instagram der psychischen Gesundheit von Teenagern schaden könne – ohne Maßnahmen dagegen zu ergreifen.

Haugen: Facebook stelle Profit über das Wohl der User

Nur der Internetkonzern selbst wisse, wie er den Newsfeed der Nutzer und Nutzerinnen personalisiere – und Facebook verweigere Forschern und Regulierern den Zugang dazu. Dabei hätten die Mechanismen zum Teil das Potenzial, ein Suchtverhalten vor allem bei jüngeren Nutzern auszulösen, warnte Haugen in Washington. Sie wirft Facebook und der Fotoplattform Instagram unter anderem vor, Profite über das Wohl der User und Userinnen zu stellen.

Zudem warnte sie den Handels-Unterausschuss des Senats, dass Facebooks Versuche, Hassrede und schädliche Inhalte mit Hilfe von Software herauszufiltern, nicht effizient genug seien. Facebook verweist stets darauf, dass die Systeme immer besser darin würden, untersagte Inhalte zu entfernen, noch bevor Nutzer sie zu sehen bekämen.

dpa(sra)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 05. Oktober 2021 | 19:30 Uhr

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