Afghanistan Zurück als Journalist in Kabul

Markus Spieker vom MDR ist derzeit für die ARD im Mittleren Osten. Vor wenigen Tagen hat er unverhofft ein Visum für Afghanistan bekommen und ist von Pakistan nach Afghanistan gereist. Bei MDR AKTUELL berichtet er davon, wie er an das Visum gekommen ist, wie seine 200 Kilometer lange Reise durch Afghanistan verlaufen ist und wie er dessen Hauptstadt Kabul erlebt.

In Afghanistan hat sich seit der Machtübernahme durch die Taliban viel verändert: Frauen in Burkas, Taliban dort, wo vorher Polizei oder Soldaten standen. ARD-Korrespondent Markus Spieker hat relativ spontan ein Visum für Afghanistan bekommen, am Freitag, und sich auf den Weg gemacht.

Mit einem unguten Gefühl. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, mir wäre nicht mulmig", sagt er im Gespräch mit MDR AKTUELL. Trotzdem macht er sich mit einem Fahrer und einem Stringer, einem Mann, der vermittelt, auf die vierstündige Fahrt durch das Land.

Wenig Frauen, mehr Burkas

Kabul erlebt er als oberflächlich unverändert - auf den Straßen herrscht geschäftiges Treiben. Aber es sind weniger Frauen zu sehen, die, die zu sehen sind, tragen Burka. "Nur wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt, dann hört man eine Bangigkeit", sagt er. Dort, wo vorher afghanische Sicherheitskräfte Schutzwälle bildeten, stünden jetzt hochbewaffnete Taliban.

Wie es weitergeht, ist Spieker zufolge offen. Wenn es nach den Taliban ginge, dann würden sie einen sehr fundamentalistischen Gottesstaat errichten, "aber sie können wohl nicht, wie sie wollen, denn sie sind abhängig vom Ausland - auch von den Staaten, die ihnen noch am ehesten freundlich gesinnt sind". Hinzu komme das niedrige Bildungsniveau unter den Taliban, die beim Regieren auf die Unterstützung der Gebildeten angewiesen seien.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 06. September 2021 | 08:19 Uhr

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