Antwort des Auswärtigen Amtes Afghanistan-Einsatz kostete mehr als zwölf Milliarden Euro

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr hat mehr als zwölf Milliarden Euro gekostet. Das geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amts hervor. Am teuersten waren die Jahre der Kampfeinsätze gegen die Taliban 2010 bis 2012.

US-Soldat filmt Abschuss einer Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr im Bundeswehrcamp Mazar e-Sharif
Abschuss einer Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr im Camp Mazar e-Sharif, 2010. Bildrechte: imago/photothek

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr hat den deutschen Steuerzahler mehr als zwölf Milliarden Euro gekostet. Das geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amts auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.

Jahre 2010 bis 2012 waren am teuersten

Demnach lagen die "einsatzbedingten Zusatzausgaben" in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten von 2001 bis 2020 bei 12,156 Milliarden Euro. Am teuersten war der Einsatz in den Jahren 2010 bis 2012, als jährlich jeweils mehr eine eine Milliarde Euro an "einsatzbedingten Zusatzausgaben" zu Buche schlugen. Die drei Jahre waren die gefährlichsten des gesamten Bundeswehr-Einsatzes. In dieser Zeit waren mehr als 5.000 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert und lieferten sich Gefechte mit den aufständischen Taliban.

Linke spricht von "Bankrotterklärung"

Heike Hänsel, Die Linke,bei einer Rede im Bundestag
Hänsel: "Politische und moralische Bankrotterklärung." Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

Die Linken-Politikerin Heike Hänsel bezeichnete die Ausgaben für den Afghanistan-Einsatz in der ARD als "eine politische und moralische Bankrotterklärung".

Neben den Einsatzkosten gibt Deutschland jährlich auch mehrere hundert Million Euro für humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe und Wiederaufbau in Afghanistan aus. Für das kommende Jahr wurden bereits 430 Millionen Euro zugesagt. Diese zivile Unterstützung soll auch nach dem Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch weiter fortgesetzt werden.

Bundeswehr zieht bis August ab

Die Nato hatte am Mittwoch entschieden, bis zum 1. Mai den Abzug aller Truppen aus Afghanistan einzuleiten, nachdem zuvor die USA als größter Truppensteller ihren Abzug verkündet hatten. Die Bundeswehr soll schon bis Mitte August abgezogen werden. Deutschland stellt mit 1.100 Soldaten nach den USA das zweitgrößte Kontingent in der etwa 10.000 Soldaten starken Nato-Truppe in Afghanistan.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. April 2021 | 09:30 Uhr

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