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Langjährige Männerfreundschaft: Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin 2018 beim Fußball World Cup im Moskau. Bildrechte: dpa

Kritik von FDP und UnionSchröder soll in Aufsichtsrat von Gazprom

von MDR AKTUELL

Stand: 04. Februar 2022, 22:29 Uhr

Inmitten der Krise um den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine strebt der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einem weiteren Posten in der russischen Energiewirtschaft. Der Staatskonzern Gazprom nominierte Schröder für den Aufsichtsrat. Oppositionsvertreter in Deutschland reagierten empört.

Der russische Staatskonzern Gazprom hat nach eigenen Angaben Altbundeskanzler Gerhard Schröder für den Aufsichtsrat nominiert. Der Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin soll demnach bei der Wahl am 30. Juni anstelle von Timur Kulibajew antreten, ein Schwiegersohn des nach den Unruhen im Januar entmachteten kasachischen Ex-Präsidenten Nursultan Nasarbajew.

Strategische Partner: Präsident Wladimir Putin und Gazprom-Chef Alexej Miller. Bildrechte: dpa

Weitere Kandidaten für den Gazprom-Aufsichtsrat sind mehrere russische Regierungsmitglieder, wie etwa Energieminister Nikolai Schulginow, Industrieminister Denis Manturow und Vizeministerpräsident Alexander Nowak. Der 77-jährige Schröder ist bereits Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Nord Stream AG und Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft.

Empörung bei FDP und Union

Politiker von FDP und Union reagierten empört und forderten eine Kürzung der staatlichen Mittel für den Altkanzler. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann twitterte: "Es wird Zeit, konkret darüber nachzudenken, Gerhard Schröder die Ausstattung eines Altbundeskanzlers zu entziehen." Er schade dem Land, dem er dienen solle, und lasse sich dafür bereitwillig von einem Autokraten mehr als gut bezahlen.

Ähnlich äußerte sich CSU-Parlamentsgeschäftsführer Stefan Müller: "Wir sollten parteiübergreifend über den Entzug der Amtsausstattung reden." Der CSU-Politiker forderte, Regeln für die Geschäftstätigkeit ehemaliger Bundeskanzler zu entwickeln. Altkanzlern und -kanzlerinnen sowie Altbundespräsidenten steht eine Ausstattung zu, dazu gehören unter anderem ein Büro und Personal.

SPD-Führung auf Distanz zu Schröder

Schröder hatte kürzlich auch in seiner eigenen Partei für Unruhe gesorgt mit seinem Vorwurf, die Ukraine betreibe im Konflikt mit Russland "Säbelrasseln". Die SPD-Führung sieht hingegen die russische Regierung als hauptverantwortlich für die Eskalation an der ukrainischen Grenze. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte daraufhin klargestellt, dass Schröder keinen Einfluss auf die aktuelle Russlandpolitik der Bundesregierung habe.

AFP, dpa, (ans)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 29. Januar 2022 | 16:30 Uhr

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