Sicherheitspakt im Indopazifik Biden und Macron telefonieren nach Ärger um U-Boot-Deal

Der Bau französischer U-Boote für Australien war lange verabredet, doch vorige Woche platzte der Deal. Hintergrund ist ein neuer Sicherheitspakt zwischen Australien und den USA. Nun sendet Washington Versöhnungssignale.

US-Präsident Joe Biden sitzt neben Frankreichs Staatschef Macron
Ein Bild vom Juni dieses Jahres bei einer Arbeitssitzung während des G7-Gipfels: US-Präsident Joe Biden (links) neben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Bildrechte: dpa

  • Nach einem heftigen Streit zwischen den USA und Frankreich haben Emmanuel Macron und Joe Biden ein Treffen vereinbart.
  • Grund für den Streit war ein lange vereinbarter U-Boot-Deal zwischen Frankreich und Australien, der wegen eines neuen Pakts Australiens mit den USA geplatzt war.
  • Paris erwartet Taten und nicht nur Worte.

Nach dem schweren Zerwürfnis im U-Boot-Streit wollen US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Oktober zu einem Treffen zusammenkommen.

In einer gemeinsamen Erklärung beider Regierungen hieß es, das Treffen sei am Mittwoch vereinbart worden. Man wolle die Bedingungen schaffen, "um Vertrauen sicherzustellen". Macron habe außerdem entschieden, dass der französische Botschafter in der kommenden Woche nach Washington zurückkehren solle, hieß es aus dem Weißen Haus.

Aus dem Élysée-Palast in Paris hieß es im Vorfeld des Telefonats, man wolle klären, warum man Frankreich bei den Plänen außen vor gelassen habe. Die zentrale Frage sei, wie die USA wieder zu einer "vertrauensvollen Zusammenarbeit" mit den Verbündeten zurückkehren könnten. Man erwarte hier Taten und nicht nur Worte.

Pakt lässt Deal mit U-Booten platzen

Die USA hatten vergangene Woche ohne Absprache mit den Verbündeten einen Sicherheitspakt mit Australien und Großbritannien im Indopazifik ins Leben gerufen. Er sieht den gemeinsamen Bau von Atom-U-Booten für Australien vor. Weil Australien daraufhin ein lange geplantes, milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen ließ, war Paris extrem verärgert. Frankreich sollte für 40 Milliarden US-Dollar Material und Technologie an Australien liefern.

Paris zieht zwei Botschafter ab

Macron ließ unter anderem die Botschafter aus den USA und Australien vorübergehend abziehen – eine äußerst ungewöhnliche Maßnahme unter Verbündeten. US-Präsident Biden hatte schließlich Macron um ein Telefonat gebeten, um die Differenzen zu klären.

In Rom steht Ende Oktober der G20-Gipfel an, eine Zusammenkunft der 20 wichtigsten Industrienationen, zu denen auch die USA und Frankreich gehören. Biden soll dafür ohnehin nach Europa reisen. Ob das frisch verabredete Treffen mit Macron am Rande des Gipfels stattfinden soll oder getrennt davon, war zunächst unklar.

dpa/AFP(mue)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2021 | 20:00 Uhr

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