Militäreinsatz Bundeswehr bringt Soldaten mit Zivilflug nach Mali

Die Bundeswehr hat am Donnerstag Soldaten mit einem Zivilflugzeug nach Mali gebracht. Damit können stationierte Soldaten ausgewechselt werden und der Einsatz vor Ort geht weiter. Letzte Woche hatte die militärische Übergangsregierung einen Flug der Bundeswehr gestoppt.

Soldaten der Bundeswehr stehen in Gao in Mali im Gras.
Soldaten der Bundeswehr in Gao in Mali. Bildrechte: dpa

Die Bundeswehr hat ein Zivilflugzeug nach Mali geschickt, um die Truppenrotation der Soldaten vor Ort fortzusetzen. Die Behörden des westafrikanischen Landes hätten die entsprechenden Genehmigungen erteilt, sagte ein Sprecher des Einsatzuführungskommandes der Deutschen Presse-Agentur. Das Flugzeug startete am Donnerstagmorgen in Köln mit 93 Soldatinnen und Soldaten an Bord. Wie aus einer Unterrichtung des Bundestags hevorging, sind 88 von ihnen Teil der UN-Mission Minusma, weitere fünf gehören zur EU-Ausbildungsmission EUTM Mali.

Das gestartete Zivilflugzeug stellt eine Alternative zu dem sonst üblichen Flug mit einem Militärtransporter dar: Für einen militärische Flug hatte die malische Übergangsregierung Ende vergangener Woche zum wiederholten Mal keine Überflugsrechte erteilt, woraufhin die Bundeswehr ihren operativen Einsatz und den geplanten Personalwechsel kurzfristig aussetzte. Dass dieser nun doch ermöglicht wurde, kann auch als Reaktion auf einen Brief der 16 truppenstellenden Länder an die Vereinten Nationen gesehen werden: In diesem hatten die beteiligten Länder gefordert, dass sich die UN "jetzt noch stärker dafür einzusetzen, dass die Arbeitsbedingungen in Mali jetzt schnellstmöglich wieder normalisiert werden."

Auslandseinsätze der Bundeswehr Die Bundeswehr ist momentan in folgenden Ländern im Einsatz:

- Kosovo (Kfor: 80 Soldaten)
- Jordanien und Irak (CD/CBI: bis zu 500 Soldaten, derzeit 415)
- Mittelmeer (Sea Guardian: 215 Soldaten)
- Mali (EUTM: bis zu 300 Soldaten)
- Mali (Minusma: bis zu 1400 Soldaten)
- Libanon (Unifil: 150 bis maximal 300 Soldaten)
- Südsudan (Unmiss: bis zu 50 Soldaten)
- Westsahara (Minurso: bis zu 50 Soldaten)
- Bosnien-Herzegowina (Eufor: 28 Soldaten)

Das westafrikanische Land Mali hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt. Seit dem letzten Putsch im Mai 2021 wird es von einer Militärregierung geführt, die von westlichen Staaren auch wegen seiner Beziehungen zu Russland kritisiert wird. Die Bundeswehr ist als Teil der UN-Mission Minusma zur Stabilisierung des Landes vor Ort. Im Mai hatte der Bundestag das Mandat für Mali verlängert und die Mandatsobergrenze von 1100 auf 1400 Soldaten erhöht.

MDR (cbu)/dpa/Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 18. August 2022 | 13:20 Uhr

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