Drittes Vakzin Astrazeneca-Impfstoff in der EU zugelassen

Die EU-Kommission hat den Impfstoff von Astrazeneca zugelassen. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die bedingte Zulassung für Personen ab 18 Jahren empfohlen. Es ist der dritte Corona-Impfstoff, der in der Europäischen Union genutzt werden darf.

Injektionsflasche mit AstraZeneca-Schriftzug
Die EMA hat den Weg für das Astrazeneca-Vakzin in der EU freigemacht. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca in der EU empfohlen. Wie die EMA in Amsterdam am Freitag mitteilte, soll die Zulassung für Personen ab 18 Jahren gelten. Die EU-Kommission erteilte nach Angaben von Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Abend dem Vakzin offiziell die Zulassung.

Besonders preiswert und handlich

Damit ist der Weg frei für den dritten Impfstoff gegen Covid-19 in der EU. Der Impfstoff von Astrazeneca gilt als besonders preiswert und handlich für Massen-Impfungen. So muss es etwa nicht so stark gekühlt werden, wie die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Einer Anwendung in normalen Hausarztpraxen steht damit theoretisch nichts im Weg.

In Großbritannien wird das Präparat, das Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, bereits seit Anfang Januar großflächig eingesetzt. In der EU sind bisher nur die Impfstoffe der Hersteller Pfizer/Biontech sowie Moderna zugelassen.

Zulassung trotz Bedenken

Trotz zuvor von anderen Experten geäußerten Bedenken empfehlen die EMA-Experten die Zulassung für Menschen aller Altersstufen ab 18 Jahren. Auch wenn es nur vergleichsweise wenige Testpersonen über 55 Jahre gegeben habe, sei dies zu vertreten, so die Behörde. Astrazeneca hatte zuvor Berichte als falsch zurück gewiesen, wonach der Impfstoff bei über 65-Jährigen nur zu acht Prozent wirksam sein soll.

In Deutschland empfahl die Ständige Impfkommission (Stiko) dennoch, dass Astrazeneca-Vakzin nur für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren anzuwenden. Für Ältere lägen keine hinreichenden Daten zur Wirksamkeit vor, teilte die Stiko mit.

Gute Resultate bei Unter-55-Jährigen

Die EMA begründet ihre Entscheidung, das Vakzin für die Zulassung zu empfehlen, mit den guten Test-Resultaten bei den Altersgruppen unter 55 Jahren sowie Erfahrungswerten mit anderen Impfstoffen. EMA-Chefin Emer Cooke sagte, die Daten zu dem Astrazeneca-Wirkstoff seien gründlich geprüft worden. Auch nach der Empfehlung und einer bedingten Marktzulassung würden die Experten weiter Daten zu Sicherheit, Wirksamkeit und Langzeitfolgen überwachen.

400 Millionen Impfdosen bestellt

Wann die mit der EU im Vorfeld vereinbarten 400 Millionen Astrazeneca-Impfdosen tatsächlich geliefert werden, ist noch unklar. Wegen angeblicher Produktionsprobleme sollen große Mengen des Impfstoffes für Deutschland und andere EU-Länder erst Wochen oder Monate später geliefert werden, was für einen Streit mit der EU sorgte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Januar 2021 | 16:30 Uhr

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