Frankreich Regierung lockert vorgesehene Corona-Regeln wieder

Angesichts landesweiter Proteste mit rund 237.000 Menschen hat die französische Regierung einige vorgesehene Anti-Corona-Maßnahmen wieder gelockert, darunter die Gültigkeitsdauer von Tests. Die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte soll aber kommen. Teile Frankreichs gelten jetzt als Corona-Hochrisikogebiet.

Protestteilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz halten während einer Demonstration in Biarritz Transparente und ein beschriftetes T-Shirt hoch, auf dem zu lesen ist "Nein zum Gesundheitspass".
Wie hier in Biarritz im Südwesten Frankreichs gingen landesweit Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Auflagen – darunter der Gesundheitsnachweis "pass sanitaire" – zu demonstrieren. Bildrechte: dpa

Vor dem Inkrafttreten verschärfter Corona-Regeln in Frankreich hat die Regierung Details entschärft. Wie Gesundheitsminister Olivier Véran in einem Interview ankündigte, sollen negative Tests nun 72 Stunden gültig sein – statt der bislang vorgesehenen 48 Stunden. Außerdem sollen neben Antigen- und Schnelltests auch Selbsttests unter medizinischer Aufsicht anerkannt werden.

Impfplicht für Pflegepersonal in der Kritik

Zuvor hatten in zahlreichen französischen Städten nach Angaben des Innenministeriums insgesamt rund 237.000 Menschen gegen die Verschärfung der Corona-Regeln demonstriert und damit noch einmal mehr als an den vergangenen Wochenenden.

Besonders kritisiert wird der "pass sanitaire". Dieser Nachweis über Impfung, negativen Test oder überstandene Infektion ist ab Montag etwa für Restaurantbesuche oder Fernreisen im Zug verpflichtend. Geplant ist zudem eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie für Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte. Sie soll am 15. September in Kraft treten. Nichtgeimpfte im Gesundheitsdienst werden ab dann ohne Gehalt freigestellt.

Oppositionspolitiker hatten das umstrittene, Ende Juli vom französischen Parlament verabschiedete Gesetz dem Verfassungsrat zur Prüfung vorgelegt. Dieser hatte es am Donnerstag als verfassungskonform gebilligt.

Süden Frankreichs Hochrisikogebiet

Derweil hat Deutschland größere Teile Südfrankreichs ab Sonntag als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft. Rückkehrer, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen damit in Deutschland in Quarantäne. Diese kann frühestens nach fünf Tagen durch einen Negativ-Test beendet werden. Betroffen sind die gesamte französische Mittelmeerküste und die Insel Korsika.

Quelle: AFP, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. August 2021 | 07:00 Uhr

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