Demos gegen Corona-Maßnahmen Zehntausende Österreicher protestieren gegen Lockdown und Impfpflicht

Ein bevorstehender Lockdown und die baldige Impflicht hat in Österreich Zehntausende Impfgegner und Gegner der Corona-Maßnahmen auf die Straße getrieben. In den Niederlanden fielen bei Anti-Corona-Demos Schüsse. In Australien blieben Demonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern weitgehend friedlich.

Menschen nehmen an einer Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen des Landes teil.
Rund 35.000 Österreicher protestierten in Wien gegen den Lockdown und die kommende Impfpflicht. Bildrechte: dpa

  • In Wien haben Tausende Österreicher gegen die schärferen Corona-Maßnahmen protestiert.
  • In der niederländischen Hafenstadt Rotterdam kam es bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen zu Ausschreitungen, die Polizei feuerte Schüsse ab.
  • In Australien demonstrieren Zehntausende weitgehend friedlich gegen die strengen Corona-Regeln im Land.

In Österreich haben Zehntausende gegen die bevorstehenden Corona-Verschärfungen protestiert. Wie die Polizei mitteilte, demonstrierten in Wien rund 35.000 Menschen gegen den Lockdown und die angekündigte Impfpflicht.

Wiener Polizei spricht von aufgeheizter Stimmung

Durch den Protestzug wurden weite Teile des Verkehrs in der Wiener Innenstadt lahm gelegt. Ein Polizeisprecher sprach von einer aufgeheizten Stimmung. Mindestens zehn Menschen wurden festgenommen. Nach Angaben von Journalisten warfen einige Teilnehmer Flaschen auf Polizisten. Die Polizei war mit 1.300 Beamten im Einsatz.

Menschen nehmen an einer Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen des Landes teil.
Die Demonstranten kritisierten die österreichische Regierung und deren Corona-Maßnahmen. Bildrechte: dpa

Die Demonstranten kritisierten den ab Montag geltenden Lockdown und die ab 2022 geltende Corona-Impfpflicht als Zwangsmaßnahmen. Immer wieder wurde "Freiheit" gerufen. Viele Demonstranten trugen keine FFP2-Masken und verstießen damit gegen die Auflagen.

Zu den Protesten hatte unter anderem die rechte FPÖ aufgerufen. Deren selbst an Corona erkrankter Chef Herbert Kickl rief in einer Videobotschaft zu einem möglichst breiten Widerstand auf.

Österreichs Regierung kündigte Lockdown und Impfpflicht an

Die österreichische Regierung hatte wegen der massiven vierten Corona-Welle einen Lockdown für alle ab Montag angekündigt. Während die Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene am 13. Dezember enden sollen, ist der Lockdown für Ungeimpfte unbefristet. Außerdem wird Österreich als erstes Land in der EU im Februar 2022 eine Corona-Impfpflicht einführen.

Schüsse bei Ausschreitungen in Rotterdam

Auch in den Niederlanden demonstrierten Gegner der Corona-Maßnahmen. In Amsterdam und Breda waren am Sonnabend mehrere Hundert Menschen auf der Straße.

Bei einer Demonstration gegen schärfere Corona-Maßnahmen in Rotterdam haben Demonstranten in den Straßen Feuer gelegt.
In Rotterdam legten Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen zahlreiche Brände. Bildrechte: picture alliance/dpa/ANP | Killian Lindenburg

Am Freitag war es bei Protesten gegen eine mögliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu Ausschreitungen gekommen. Sieben Menschen wurden dabei verletzt. Wie die Polizei mitteilte, erlitten zwei Menschen Schussverletzungen. Sie hatte nach eigenen Angaben zunächst Warnschüsse abgefeuert, dann aber gezielt auf Teilnehmer der gewaltsamen Proteste geschossen.

Justizminister Ferd Grapperhaus kündigte eine Untersuchung des Waffeneinsatzes an. Er sprach von einer extremen Gewalt gegen Polizisten, Bereitschaftspolizisten und Feuerwehrleute. Das Ausmaß der Verwüstungen sei beachtlich. Nach Polizeiangaben hatten Demonstranten Autos angezündet, Fahrräder zerstört und Fensterscheiben zertrümmert und Polizisten mit Feuerwerkskörpern und Steinen angegriffen. Mehr als 50 Menschen wurden festgenommen.

Am späten Freitagabend hatten im Zentrum der Hafenstadt einige Hundert Menschen gegen mögliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen demonstriert. Die Demonstration war nicht angemeldet worden.

Zehntausende protestieren in Australien

In Australien blieben Demonstrationen gegen die strengen Corona-Auflagen im Land weitgehend friedlich. Allein in Sydney waren nach Polizeiangaben rund 10.000 Menschen auf die Straße gegangen. Große Demonstrationen gab es auch in Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide.

Australien hat im Kampf gegen das Coronavirus von Anfang an auf strenge Regeln und regionale Lockdowns gesetzt. Derzeit dürfen etwa in Melbourne und im gesamten Bundesstaat Viktoria nur noch Geimpfte Restaurants und Kinos besuchen. Auch Friseurbesuche und weite Teile des Einzelhandels sind für Menschen ohne Impfschutz tabu. Die Inzidenz in Australien liegt derzeit bei knapp über 30.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 20. November 2021 | 15:00 Uhr

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