Pandemie EU-Kommission genehmigt Moderna-Impfstoff

Ende Dezember sind in der EU die ersten Impfungen gegen Corona angelaufen. Nun ist ein zweiter Impfstoff zugelassen. Gesundheitsminister Spahn verteidigt unterdessen den Start der Impfkampagne gegen Kritik.

Eine Dosis des Moderna Impfstoffes
Nach dem Präparat von von Biontech/Pfizer ist jenes von Moderna der zweite in der EU zugelassene Impfstoff gegen Corona. Laut Gesundheitsminister Spahn stehen für Deutschland mehr als 130 Millionen Impfdosen beider Präparate im Laufe des Jahres bereit. Bildrechte: dpa

Als zweiter Impfstoff ist jetzt auch das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen. Das entschied die EU-Kommission auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte. Insgesamt habe die EU bisher zwei Milliarden Dosen an möglichen Impfstoffen beschafft. Das sei "mehr als genug für uns alle". Wie sich die Dosen auf die verschiedenen Hersteller aufteilen, ließ sie zunächst offen. Moderna will einem Rahmenvertrag zufolge schrittweise 160 Millionen Einheiten an die EU-Staaten liefern

Lagerung bei Moderna-Präparat einfacher

In den USA wird das Moderna-Präparat bereits seit dem 21. Dezember über eine Notfallzulassung verabreicht. Auch in Kanada und Israel wurde es zugelassen.

Im Gegensatz zum Vakzin von Biontech und Pfizer benötigt der Impfstoff keine ultrakalte Lagerung und könnte damit einfacher ausgeliefert werden. Beide Impfstoffe basieren auf einer neuen Technologie, der sogenannten Boten-RNA. Die Wirksamkeit des Moderna-Impfstoffs liegt nach der abschließenden Analyse der zulassungsrelevanten Studie bei gut 94 Prozent.

Spahn wirbt um Geduld bei Impfkampagne

Den aktuellen Engpass bei den Vakzinen in Deutschland kann das Moderna-Präparat vorerst aber nur etwas verringern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte dennoch den Start der Impfkampagne gegen Kritik. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der Impfstoff zu Beginn knapp sein werde, sagte er. Allein mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna werde es aber "genug Impfstoff für alle in Deutschland geben". Von diesen seien mehr als 130 Millionen Dosen bestellt, die im Laufe des Jahres geliefert würden.

Zugleich bat Spahn die Bevölkerung erneut um Geduld. Er verstehe das Bedürfnis nach einer Beschleunigung der Impfkampagne. Dies dürfe aber nicht die Prioritäten gefährden. Zunächst müssten die geschützt werden, die besonders verwundbar seien. Bis zum Sommer könne aber allen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden.

RKI: Bisher knapp 400.000 Impfungen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind mit Stand von Mittwochvormittag 367.331 Menschen geimpft worden. Davon wurden aus Sachsen-Anhalt 17.123 Impfungen gemeldet, aus Sachsen 10.767 und aus Thüringen 3.711. Mit 0,17 Impfungen pro 100 Einwohner hat Thüringen die geringste Impfquote. Auch Sachsen liegt mit 0,26 unter dem Bundesschnitt von 0,44. Den höchsten Wert hat Mecklenburg-Vorpommern (1,12), auch Sachsen-Anhalt (0,78) liegt über dem Bundesschnitt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2021 | 15:00 Uhr

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