Unglück mit 132 Toten Flugzeugabsturz in China möglicherweise mit Absicht verursacht

Der Absturz des Passagierflugzeugs in China, bei dem 132 Menschen verunglückten, könnte absichtlich verursacht worden sein. Darauf weisen nun Daten des Flugschreibers hin, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Die Daten zeigen, dass jemand in das Cockpit eingedrungen sei.

Rettungskräfte suchen am 22. März an der Absturzstelle des Flugzeugs im Kreis Tengxian in der südchinesischen autonomen Region Guangxi Zhuang nach dem Flugschreiber.
Der Flugzeugabsturz in China mit 132 Toten wurde womöglich absichtlich verursacht. Bildrechte: dpa

Der Absturz eines Passagierflugzeugs in China mit 132 Toten ist einem US-Pressebericht zufolge möglicherweise absichtlich herbeigeführt worden. Das "Wall Street Journal" schreibt, Flugdaten deuteten darauf hin, dass jemand im Cockpit die Boeing 737-800 bewusst habe abstürzen lassen.

Die Zeitschrift kommt zu dem Schluss, dass jemand aus dem Cockpit den Absturz absichtlich herbeigeführt habe. Aus den Daten des Flugzeugschreibers geht hervor, dass einer der Piloten oder jemand, der ins Cockpit eingedrungen war, das Flugzeug per Steuereingabe in den Sturzflug beförderte und zum Absturz brachte. Gemäß den internationalen Flugverkehrsregeln leistete die US-Flugsicherheitsbehörde NTSB technische Unterstützung bei den Untersuchungen, weshalb die Daten des Flugschreibers in die USA übermittelt wurden.

US-Behörden: Pilot als Verursacher wahrscheinlich

Laut der Zeitung halten US-Behörden einen der Piloten für den wahrscheinlicheren Urheber als einen möglichen Eindringling. Die chinesische Zivilflugbehörde CAAC übernahm nach dem Absturz die Ermittlungen und hatte allerdings mitgeteilt, es gebe keinen Verdacht gegen den Piloten. US-Behörden sehen ihre Erkenntnisse laut "Wall Street Journal" durch die Tatsache untermauert, dass chinesische Ermittler bisher auf keine Probleme mit dem Flugzeug oder der Luftraumüberwachung hingewiesen hatten. In einer CAAC-Mitteilung heißt es, die Besatzung habe alle Sicherheitskontrollen vorgenommen, an Bord hätten sich keine Gefahrenstoffe befunden und während des Fluges seien keine problematischen Wetterbedingungen aufgetreten.

Luftfahrtexperten: Verunglückte Maschine sehr zuverlässig

Mehrere Luftfahrtexperten hatten sich nach dem Unglück verwundert geäußert, da die verunglückte Maschine eine sehr zuverlässige Maschine sei. Nach dem Flugzeugabsturz hatte die Kommunistische Partei Chinas sich schnell darum bemüht, Informationen darüber unter Kontrolle zu halten. Die chinesische Internet-Regulierungsbehörde teilte mit, sie habe eine Vielzahl an "illegalen Informationen" aus dem Netz entfernt.

Der Flug der Airline China Eastern stürzte am 21. März über der Region Guanxi aus einer Höhe von rund 8.800 Metern ab und zerschellte am Berghang. Alle Insassen starben. Es war das Flugzeugunglück mit den meisten Todesopfern in China seit drei Jahrzehnten.

Absichtlich von Piloten herbeigeführte Flugzeugabstürze sind extrem selten. Im März 2015 ließ der Co-Pilot einer Maschine der deutschen Fluggesellschaft Germanwings ein Flugzeug in den französischen Alpen abstürzen. 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder starben, darunter 72 Deutsche.

AFP, dpa (aln)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Mai 2022 | 07:30 Uhr

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