Nuklearkatastrophe und Tsunami 10 Jahre Fukushima: Japan gedenkt der Opfer

Tausende Menschen fielen vor zehn Jahren in Fukushima einem tödlichenTsunami zum Opfer. In stillem Gedenken wurde am Jahrestag in ganz Japan an die Nuklear- und Naturkatstrophe erinnert. Noch heute gibt es Probleme in der Atomruine.

Ein Mann hat 2018 im Arahama-Küstengebiet nahe Sendai Blumen niedergelegt und betet im Gedenken an die Opfer des Tsunamis.
In ganz Japan gedachten Menschen still der Opfer der Reaktor- und Tsunamikatastrophe von 2011. Bildrechte: dpa

In Japan haben die Menschen am Donnerstag der Tsunami- und Reaktorkatastrophe in Fukushima vor zehn Jahren gedacht. Um 14:46 Uhr Ortszeit (6:46 Uhr MEZ) hielten die Menschen im ganzen Land für eine Schweigeminute inne, um an den Moment zu erinnern, als am 11. März 2011 ein Beben der Stärke 9,0 die Nordostküste Japans erschütterte. Die Regierung will bei einer weiteren Gedenkveranstaltung in Tokio, an der auch Kaiser Naruhito und seine Frau, Kaiserin Masako, teilnehmen, an die Opfer der Katastrophe erinnern.

Infolge des schweren Erdbebens und des darauffolgenden Tsunamis ereignete sich das weltweit schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima wurde von einer fast 15 Meter hohen Wasserwand getroffen. Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Die Katastrophe verwandelte umliegende Orte in Geisterstädte.

Mehr als 15.000 Tote durch Tsunami

Die meisten Menschen starben damals durch den Tsunami. Bis Dezember 2020 zählte die japanische Polizei 15.899 Todesfälle und 2.527 Vermisste. Mehr als 6.000 weitere Menschen erlitten durch Beben und Tsunami Verletzungen, andere starben während oder nach der Evakuierung des Katastrophengebiets.

Noch heute suchen Polizisten, die Küstenwache und Freiwillige nach den Überresten der Vermissten, denn nach dem Glauben der meisten Japaner können ihre Seelen nicht eher ruhen.

Atomruine macht noch immer Probleme

Unterdessen berichtete der japanische Fernsehsender NHK am zehnten Jahrestag der Katastrophe von weiteren Problemen in der Atomruine Fukushima. Der Wasserpegel im Untergeschoss des zerstörten Reaktors 3 sei aus noch ungeklärter Ursache gestiegen.

Der Betreiber Tepco wolle nun untersuchen, ob dies auf ein schweres Erdbeben zurückzuführen sei, das erst kürzlich die Unglücksregion erneut erschüttert hatte. Bis die Atomruine zurückgebaut ist, werden noch Jahrzehnte vergehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. März 2021 | 08:00 Uhr

7 Kommentare

Tacitus vor 31 Wochen

Rick, wie soll ein Hochindustrieland wie Deutschkland denn seinen Energiebedarf decken? Mit Zappelstrom und bei Engpässen Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Polen kaufen? Fr hat die Laufzeit seiner alten (!) Kernkraftwerke verlängert, auch wegen des guten Geschäfts bei Verkäufen an Deutschland.

Soldaten Norbert vor 31 Wochen

Was mir auffällt.10 Jahre Fukushima und die Legendenbildung um das Naturereignis. Wie man jetzt wieder sehr oft lesen und vernehmen darf, wird diese Katastrophe zum Anlass genommen, ganz im Sinne der Atomkraftgegner wie Grüne oder Greenpeace tendenziös zu berichten. Habe aber auch nichts anderes erwartet. So läufts halt bei uns.

Rick vor 31 Wochen

Und der Atommüll wird bei dir im Garten gelagert.
Sehr kurz gedachte Betrachtungsweise, denn wesentliche Dinge wie Restmüll, Haftungsfragen etc werden beim Märchen vom sauberen Atomstrom gern vergessen.
Hinzu kommt noch ein weiteres nicht beachtetes Problem. Auch Uran ist ein endlicher Rohstoff.

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