G7-Staaten wollen neue Pandemie verhindern

Nach Jahren der Krise ziehen die USA und die anderen führenden westlichen Industrienationen wieder an einem Strang. Bei ihrem Treffen in Cornwall beraten die G7-Staats- und Regierungschefs über den gemeinsamen Kampf gegen die Corona-Pandemie. Geplant ist eine Erklärung zur künftigen Verhinderung von Pandemien. Zudem ist vorgesehen, eine Milliarde Impfdosen an ärmere Länder abzugeben.

Ursula von der Leyen, Charles Michel und die G7-Staats- und Regierungschefs an einem runden Tisch.
Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie bringt der Gipfel in Cornwall die G7-Staats- und Regierungschefs wieder persönlich zusammen. Bildrechte: dpa

Die Gruppe der großen Industrienationen will eine neue Pandemie mit allen Mitteln verhindern. Dazu wollen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten bei ihrem Gipfel in England eine "Gesundheitserklärung von Carbis Bay" verabschieden, wie der britische G7-Vorsitz in der Nacht zu Sonnabend mitteilte. Vorgesehen sei, die Entwicklung von Impfstoffen, Behandlungsmethoden und Diagnosen für künftige Krankheiten auf unter 100 Tage zu senken.

Richtige Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen

Globale Frühwarnsysteme sollen ebenso verstärkt werden wie die Möglichkeiten zur sogenannten Genom-Sequenzierung, die das Aufspüren von Virusvarianten ermöglicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll reformiert und gestärkt werden, wie es weiter hieß. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus lobte die Erklärung. "Gemeinsam müssen wir auf der erheblichen wissenschaftlichen und gemeinschaftlichen Antwort auf die Corona-Pandemie aufbauen und gemeinsame Lösungen finden, um viele der aufgedeckten Lücken zu schließen."

Zum Auftakt des G7-Gipfels in Südwestengland hatte der britische Premierminister Johnson erklärt, man müsse sicherstellen, dass man die richtigen Lehren aus der Corona-Pandemie gezogen habe. Es sei entscheidend, dass man gemeinsam auf die Krise reagiere und die Wirtschaft voranbringe.

Die Menschen wollen, dass wir die Pandemie jetzt gemeinsam besiegen. Dass sich das nicht wiederholt und wir die Welt wieder aufbauen.

Boris Johnson, Premierminister Großbritannien

Eine Milliarde Impfdosen für ärmere Länder

Bundeskanzlerin Merkel sprach von "wichtigen Beratungen in einem wunderschönen Umfeld". Sie hoffe auf "sehr gute Ergebnisse", vor allem in der Pandemie- und Impfpolitik. Die G7-Staaten könnten zeigen: "Wir denken nicht nur an uns, sondern wir denken auch an diejenigen, die noch keine Chance haben, geimpft zu werden."

Zuletzt war der Druck auf die reichen Staaten gestiegen, ihre Corona-Vakzine mit ärmeren Ländern zu teilen. US-Präsident Joe Biden hat bereits eine Spende von 500 Millionen Corona-Impfdosen angekündigt. Die vom Gastgeber Großbritannien angekündigte Spende der G7-Teilnehmer von insgesamt einer Milliarde Impfstoffdosen für ärmere Länder kritisierten Hilfsorganisationen wie Oxfam jedoch als zu gering.

Letzter G7-Gipfel für Merkel

Der G7-Gipfel markiert das erste persönliche Zusammentreffen der Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Italien, Großbritannien, Deutschland, Kanada, Japan und den USA seit dem Beginn der Pandemie. Für Merkel dürfte es der letzte G7-Gipfel sein. Und er ist zugleich die Bühne für ihr erstes persönliches Treffen mit Biden in seiner Funktion als US-Präsident. Wie kurz vor Beginn des Gipfels bekannt wurde, trifft Merkel Biden erneut am 15. Juli im Weißen Haus.

Quellen: AFP/dpa/ARD

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 11. Juni 2021 | 19:30 Uhr

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