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Robert Habeck (rechts, Grüne), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und John Kerry, Sondergesandter des US-Präsidenten für Klima, beim Treffen der G7-Minister. Bildrechte: dpa

Treffen in BerlinG7-Nationen verpflichten sich zu Kohleausstieg

von MDR AKTUELL

Stand: 27. Mai 2022, 18:11 Uhr

Die G7-Industrienationen haben sich bei einem Ministertreffen in Berlin zum Ziel einer überwiegend CO2-freien Stromversorgung bis zum Jahr 2035 bekannt. Ein konkretes Datum für den Kohleausstieg scheiterte offenbar am Widerstand von Großbritannien und Japan. Umweltschützer zeigten sich dennoch zufrieden mit der Erklärung. Die Minister bekannten sich auch zur Erhaltung der Artenvielfalt und zum Meeresschutz.

Die Industrienationen der G7 bekennen sich zum Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle. Zum Abschluss des Treffens der Klima-, Energie- und Umweltminister in Berlin verpflichteten sich die G7-Staaten erstmalig zum Ziel einer überwiegend CO2-freien Stromversorgung bis zum Jahr 2035. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sagten die Teilnehmer in der Abschlusserklärung ferner zu, ihre Klima-Ambitionen zu steigern und die entsprechenden Finanzhilfen für ärmere Länder bis 2025 zu verdoppeln.

Das klare Bekenntnis zum Ende der klimaschädlichen Kohlekraft ist damit erstmals in einem G7-Dokument aufgeschrieben. Das Enddatum 2030 wurde aus einem Entwurf aber wieder gestrichen. Nach Angaben aus G7-Kreisen ist das vor allem auf den Widerstand der USA und Japans zurückzuführen.

Habeck: G7 senden "starkes Signal für mehr Klimaschutz"

Bundeswirtschafts- und -klimschutzminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einem "starken Signal für mehr Klimaschutz". Zwar sei es nicht mehr möglich, die Erderwärmung ungeschehen zu machen, es müsse nun aber darum gehen, sie zu bremsen. Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) erklärte: "Ich fahre mit einem guten Gefühl heute Nachmittag nach Hause, denn dieses G7-Treffen war ein Erfolg für den Klimaschutz, für den Naturschutz und auch für den Umweltschutz."

Ich fahre mit einem guten Gefühl heute Nachmittag nach Hause.

Steffi Lemke (Grüne) | Bundesumweltministerin

Erste Reaktionen von Umweltschützern fielen positiv aus. Der Beschluss zum Ausstieg aus fossilem Strom sei "ein starkes und notwendiges Signal, ebenso wie die Absicht, ärmere Länder beim Ausstieg aus den fossilen Energien und der Bewältigung klimabedingter Schäden und Verluste zu unterstützen", erklärte der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser.

Mehr Einsatz für Artenvielfalt beschlossen

In der knapp 40-seitigen Abschlusserklärung nehmen sich die G7-Staaten unter anderem vor, das Pariser Klimaabkommen von 2015 schneller umzusetzen. Darin hat sich die Weltgemeinschaft zum Ziel gesetzt, die Erderwärmung falls möglich auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Laut Weltklimarat müsste der Treibhausgas-Ausstoß dazu rasch und drastisch begrenzt werden.

Die G7-Staaten möchten auch mehr tun für den Erhalt der Artenvielfalt und den Meeresschutz. Bis 2030 wollen sie mindestens 30 Prozent der eigenen Küsten- und Meeresgebiete unter Schutz stellen. Zudem bekennen sie sich dazu, die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll zu beenden, und setzen sich dafür ein, bis Ende 2024 ein entsprechendes internationales Abkommen zu erreichen.

Deutschland führt derzeit den Vorsitz der G7-Staatengruppe, zu der auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien gehören. Auch Indonesien als Vorsitz der größeren G20-Gruppe nahm an den Beratungen in Berlin teil.

dpa, Reuters (jan)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 27. Mai 2022 | 16:00 Uhr