Geberkonferenz Ukraine erhält weitere sechs Milliarden Euro

Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine hat in Warschau mehr als sechs Milliarden Euro erbracht. Auch Deutschland sagte weitere Hilfen zu. Die Ukraine sammelt per Crowdfunding zusätzliches Geld.

Annalena Baerbock (hinten M, Bündnis 90/Die Grünen), Auߟenministerin, eröffnet eine Konferenz zur Unterstützung der Republik Moldau.
Viele Staaten sagten der Ukraine bei der Geberkonferenz zusätzliche Hilfen zu. Bildrechte: dpa

Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine-Flüchtlingshilfe in Warschau hat Zusagen in Milliardenhöhe eingebracht. Insgesamt seien mehr als 6,5 Milliarden Dollar zusammengekommen, sagte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki am Donnerstag in seiner Abschlussrede. Umgerechnet sind dies mehr als 6,17 Milliarden Euro. "Der heutige Tag hat gezeigt, dass unsere Unterstützung für die Ukraine weitergeht und es keinen Egoismus unter uns gibt", so Morawiecki.

Scholz sagt weitere Hilfsgelder zu

Die von Polen und Schweden gemeinsam organisierte Geberkonferenz sollte Geld für humanitäre Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine sammeln. Für Deutschland kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz zusätzliche humanitäre Hilfszahlungen im Umfang von 125 Millionen Euro an. Zudem seien weitere 140 Millionen Euro für die Entwicklungshilfe der Ukraine vorgesehen. Wörtlich sagte Scholz in einer Videobotschaft: "Putin darf den Krieg nicht gewinnen und er wird ihn nicht gewinnen."

Der Bundeskanzler verwies darauf, dass Deutschland der Ukraine mittlerweile 300 Millionen Euro an ungebundenen Krediten eingeräumt habe. Erst vor einem Monat habe Deutschland zudem 495 Millionen Euro an Hilfen für die Ukraine geleistet – sowie weitere 430 Millionen, um die weltweiten Probleme der Lebensmittelversorgung als Folge des Krieges zu bekämpfen. Die Ukraine habe zudem von deutschen Pharma- und Medizinunternehmen Sachspenden im Wert von 100 Millionen Euro erhalten.

Millionen auf der Flucht

Denys Schmyhal, Mateusz Morawiecki, Magdalena Andersson, Ursula von der Leyen
Bei der Pressekonferenz nach der Geberkonferenz: Ukraines Ministerpräsident Denys Schmyhal (v.l.n.r.), Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Bildrechte: dpa

Die Europäische Union kündigte ein neues Hilfspaket im Umfang von 200 Millionen Euro an. Es soll den mehreren Millionen vertriebenen Menschen in dem Land zugute kommen, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Konferenz. Nach Angaben der Kommission haben seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bereits an die acht Millionen Menschen ihre Heimatorte verlassen, um an anderen Orten Schutz zu suchen. Hinzu kommen mehr als 5,3 Millionen Menschen, die die Ukraine verlassen haben, um in der EU und den Nachbarländern Zuflucht zu finden.

Ukraine startet Crowdfunding

Die Ukraine startete derweil außerdem eine Crowdfunding-Kampagne. Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Twitter erklärte, sollen weltweit Spenden für den Kampf gegen die russischen Truppen sowie den Wiederaufbau des Landes gesammelt werden. Dem Präsidenten zufolge werden die bei der Kampagne United24 über die Website u24.gov.ua generierten Spenden zunächst an die ukrainische Nationalbank überwiesen, anschließend sollen sie an die "relevanten Ministerien" verteilt werden. Die ukrainische Regierung werde dann "alle 24 Stunden" darüber informieren, wie das Geld eingesetzt werde.

Seit Beginn des russischen Angriffs hat die Ukraine nach eigenen Angaben Rüstungsgüter und finanzielle Hilfen von rund 11,4 Milliarden Euro aus dem Ausland erhalten.

Reuters/dpa/KNA/MDR (ala)

Dieses Thema im Programm: MDR Aktuell Radio | 05. Mai 2022 | 16:05 Uhr

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