Eskalation in Nahost Israelischer Soldat und mehrere Hamas-Anführer getötet

Die Kämpfe zwischen Israel und palästinensischen Extremisten gehen mit unverminderter Härte weiter. An der Grenze zu Gaza starb ein Soldat durch eine Panzerabwehrrakete. Mehrere Hamas-Anführer wurden bei Luftschlägen getötet. Über 1.000 Raketen wurden auf Israel abgefeuert. Die israelische Luftwaffe antwortete mit hunderten Luftangriffen. Die Palästinenser im Gazastreifen meldeten fast 60 Tote.

Drei israelische Soldaten halten sich die Ohren zu, während ein Artilleriegeschütz auf Ziele im Gazastreifen feuert
Eine israelische Panzerhaubitze beschießt Ziele im Gazastreifen. Bildrechte: dpa

Der bewaffnete Konflikt zwischen palästinensischen Extremisten im Gazastreifen und Israel ist auch am Mittwoch mit unverminderter Härte weitergegangen. Die in Gaza regierende Terrororganisation Hamas und die militante Islamistengruppe "Islamischer Dschihad" feuerten nach eigenen Angaben seit Montag mehr als 1.000 Raketen auf Israel ab. Die Zahl wurde auch vom israelischen Militär bestätigt.

Fünfjähriges Kind tödlich verletzt

Rauch steigt auf, nachdem es bei einem israelischen Luftangriff getroffen wurde, während der Al-Shorouk Tower zusammenbricht. Seit dem 10. Mai beschießen militante Palästinenser Israel mit Raketen
Der Al-Shorouk Tower in Gaza bricht nach einem israelischem Luftangriff zusammen. Bildrechte: dpa

Raketenalarm gab es am Mittwoch vor allem im Umkreis des Küstengebiets und auch in Städten wie Aschkelon, Aschdod und Beerscheva. Auch auf die Wüstenstadt Dimona, wo sich ein Atomreaktor befindet, wurden Hamas-Raketen abgefeuert. Viele der Geschosse wurden von der israelischen Raketenabwehr abgefangen, andere schlugen jedoch in Wohngebieten ein. So wurde in der südisraelischen Stadt Sderot nach Angaben von Rettungskräften ein fünfjähriges Kind von einer Rakete getötet. Sechs weitere Menschen seien dort verletzt worden, einer davon schwer.

Soldat stirbt durch Panzerabwehrrakete

Nach Angaben des Militärs starben in Israel mindestens fünf Menschen durch Raketenbeschuss. Zudem wurde ein israelischer Soldat bei einem Einsatz zum Schutz von Dörfern nahe der Grenze zum Gazastreifen von einer Panzerabwehrrakete getroffen und getötet. Für den Angriff, bei dem weitere Soldaten verletzt wurden, machte die israelische Armee die Hamas verantwortlich.

Hochrangige Hamas-Vertreter getötet

Die Terrororganisation selbst erklärte, sie habe die Städte Sderot, Aschkelon und Netivot als Vergeltung für die israelischen Luftangriffe auf das Al-Scharuk-Hochhaus in Gaza-Stadt ins Visier genommen. Die israelische Luftwaffe hatte das Hochhaus, in dem sich auch die Büros von Hamas-Abgeordneten befanden, am Dienstag zerstört. Am Mittwoch wurden laut israelischem Militär zwei weitere Hochhäuser mit Hamas-Büros in Gaza zerbombt. Nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurden bei den Luftschlägen mehrere hochrangige Hamas-Vertreter getötet. Insgesamt flog die israelische Luftwaffe seit Dienstag hunderte Einsätze.

Palästinenser sprechen von 56 Toten

Nach palästinensischen Angaben wurden bei den israelischen Luftangriffen bis zum Mittwochabend insgesamt 56 Menschen getötet, unter ihnen 14 Kinder. Nach Angaben der Hamas sind unter den Toten auch mehrere ihrer Anführer. Die israelische Armee und der Geheimdienst teilten mit, die Getöteten Hamas-Anführer ständen dem legendären Militärchef Mohammed Deif nahe und seien Teil des militärischen Stabs der Hamas gewesen.

USA, Russland und Uno besorgt

Die US-Regierung zeigte sich zutiefst besorgt über die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. US-Außenminister Antony Blinken schickten den zuständigen Spitzendiplomaten Hady Amr in die Region, um bei führenden Vertretern beider Seiten auf eine Deeskalation der Gewalt zu drängen. UN-Generalsekretär António Guterres und Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprachen sich für ein Treffen des Nahost-Quartetts aus.

Quelle: MDR/dpa/AFP/Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Mai 2021 | 19:30 Uhr

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