Endspurt Johnson kommt zu Post-Brexit-Gesprächen nach Brüssel

Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen über ein Handelsabkommen nach dem Brexit reist der britische Premierminister Boris Johnson nun persönlich nach Brüssel. Er will nach Angaben der EU-Kommission dort mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprechen. Beide hatten nach einem Telefonat erklärt, die Bedingungen für ein Abkommen seien weiter nicht gegeben.

Boris Johnson
Der britische Premierminister Boris Johnson Bildrechte: dpa

Im Streit über den Brexit-Handelspakt soll ein persönliches Treffen auf höchster Ebene den Durchbruch bringen. Die EU-Kommission teilte am Abend mit, der britische Premierminister Boris Johnson werde in den kommenden Tagen nach Brüssel reisen, um mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die schwierigsten Fragen zu klären.

Die Zeit wird knapp

Damit geht das Drama um das Abkommen abermals in die Verlängerung. Es soll bereits am 1. Januar ratifiziert und in Kraft sein.

Ursula von der Leyen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Bildrechte: dpa

Johnson und von der Leyen hatten am Montagabend erneut telefoniert, um über die Zukunft der Gespräche zu beraten.

Von der Leyen und Johnson betonten nach dem Telefonat, die Bedingungen für eine Übereinkunft seien nicht gegeben, gerade in entscheidenden Punkten. Beide Seiten hätten ihre Unterhändler und deren Teams aber beauftragt, die bestehenden Differenzen aufzulisten, über die in den kommenden Tagen dann persönlich beraten werden solle.

Kein Handelsabkkommen in Sicht

Großbritannien war zum 1. Februar aus der EU ausgetreten. Bis Jahresende bleibt es aber noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. Diese Übergangsphase wollten beide Seiten eigentlich nutzen, um ein Handelsabkommen auszuhandeln. Die Gespräche kommen aber seit Monaten kaum voran.

Hauptstreitpunkte in den Verhandlungen sind nach wie vor faire Wettbewerbsbedingungen, die Kontrolle eines künftigen Abkommens und die Fangrechte für EU-Fischer in britischen Gewässern. Ohne Handelsabkommen drohen Großbritannien Zölle und andere Handelshürden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Dezember 2020 | 20:30 Uhr

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