Wahl in Kanada Trudeau verpasst absolute Mehrheit bei Parlamentswahl

In Kanada haben die Liberalen von Ministerpräsident Justin Trudeau ersten Ergebnissen zufolge die Parlamentswahl zwar gewonnen, die absolute Mehrheit jedoch verpasst. Die Abstimmung war trotz Pandemie vorgezogen worden. Trudeau wird dafür heftig kritisiert.

Justin Trudeau
Wahlsieger und Kanadas amtierender Ministerpräsidenten, Justin Trudeau, steht in der Kritik. Bildrechte: dpa

Die liberale Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Justin Trudeau hat nach ersten Ergebnissen die vorgezogene Parlamentswahl in Kanada zwar für sich entschieden, die angestrebte absolute Mehrheit jedoch verpasst. Die Regierungspartei errang nach Prognosen des öffentlichen Senders CBC etwa 156 Mandate und ließ die Konservativen von Kontrahent Erin O'Toole mit ungefähr 122 Sitzen hinter sich.

Es ändert sich kaum etwas

Im flächenmäßig zweitgrößten Land der Erde ändert sich damit gegenüber den Wahlen von 2019 kaum etwas - für eine absolute Mehrheit wären 170 Mandate notwendig gewesen. Trudeau ist damit auch künftig auf die Hilfe anderer Parteien angewiesen, wie der sozialdemokratischen NDP oder dem Bloc Québecois, den Unabhängigkeitsbefürwortern der französischsprachigen Provinz Kanadas.

Abstimmung in der Pandemie

Das Ergebnis der Wahl war mit Spannung erwartet worden. Trudeau steht derzeit einer Minderheitsregierung vor. Die Parlamentswahl hatte er Mitte August in der Hoffnung vorgezogen, eine stabile Mehrheit zu erlangen. Die Hoffnung fußte auf der relativ erfolgreichen Corona-Politik seiner Regierung. Beobachter hatten es jedoch für möglich gehalten, dass sich der 49-Jährige verzockt. Die Spitzen der anderen Parteien und viele Kanadier hatten Trudeau vorgeworfen, die Abstimmung trotz einer vierten Corona-Welle abzuhalten und damit die Gesundheit der Wähler potenziell zu gefährden.

Unterstützung für Trudeau sinkt

Trudeau regiert das nordamerikanische Land mit knapp 38 Millionen Bewohnerinnen und Bewohnern seit 2015. Damals war er noch als Erneuerer gefeiert worden. Nach einer Reihe politischer Affären hat seine Regierung jedoch deutlich an Rückhalt in der Bevölkerung verloren. Seit 2019 führte Trudeau das Land nur noch mit einer Minderheit der Sitze des Parlaments in der Hauptstadt Ottawa. In diesem Wahlkampf dominierten neben der Klimakrise vor allem innenpolitische Themen wie die steigenden Lebenshaltungskosten und die Gesundheitsversorgung.

Quellen: AFP, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2021 | 06:00 Uhr

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