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Die UN-Klimakonferenz geht noch bis zum 12. November. Trotzdem sind schon konkrete Vereinbarungen getroffen worden. Bildrechte: dpa

Klima-PodcastEnergieökonomin Kemfert: Erste Glasgow-Vereinbarungen ermutigend

von MDR AKTUELL

Stand: 03. November 2021, 20:48 Uhr

Die Zerstörung der Wälder soll in vielen Ländern gestoppt und der Methangas-Ausstoß reduziert werden. Indien will bis 2070 klimaneutral werden. Energieökonomin Claudia Kemfert findet die ersten Vereinbarungen auf der UN-Klimakonferenz ermutigend, auch wenn sie zum Teil zu spät kämen.

Die ersten Ankündigungen auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow sind nach Ansicht von Energieökonomin Claudia Kemfert ermutigend. Als Beispiel nannte sie das Ziel von mehr als 80 Staaten, den Ausstoß des Treibhausgases Methan bis 2030 um 30 Prozent zu verringern. Das sei realistisch und ein wirklich gutes Zeichen.

Methan-Emissionen sind nach Kemferts Aussage sehr klimaschädlich. Es sei "absolut richtig", hier endlich mehr Transparenz zu schaffen.

Es ist realistisch und ein wirklich gutes Zeichen.

Claudia Kemfert | Energieökonomin

Verbindlichkeit bei Waldschutz wichtig

Auch der geplante Stopp der Zerstörung der Wälder ab 2030 geht nach Ansicht von Kemfert in die richtige Richtung. "Es ist schon eine weitreichende Entscheidung, wenn es Wirklichkeit wird", sagte sie zur Initiative von mehr als 100 Ländern. Es werde aber sehr viel davon abhängen, ob das Ende der Abholzung verbindlich vereinbart werde. Außerdem komme die Ankündigung etwas zu spät. Im Grunde genommen müssten die Bäume schon heute geschützt werden.

Indien kann nicht ohne fossile Energie wachsen

Das Vorhaben Indiens, erst im Jahr 2070 klimaneutral sein zu wollen, verteidigte Kemfert. Die CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr lägen dort unter zwei Tonnen und damit deutlich unter denen anderer Länder. Natürlich habe Indien den Wunsch zu wachsen. Das gehe nicht ganz ohne fossile Energien. Die Ankündigung der Klimaneutralität sei gut. Sie hoffe aber, dass Indien das Ziel durch erneuerbare Energien früher erreichen werde. Die Energieökonomin begrüßte außerdem das Vorhaben Deutschlands, die Energiewende in Südafrika mit 700 Millionen Euro zu unterstützen. das sei ein gutes Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit funktionieren könne.

Kemfert sagte weiter, genau das sei ihr Wunsch bei der Klimakonferenz gewesen, dass Technologiekooperationen zu einem weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien führten. Insgesamt sollen für Südafrika rund 7,3 Milliarden Euro mobilisiert werden. Neben Deutschland wollen sich unter anderem auch Weltbank und private Investoren beteiligen.   

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 03. November 2021 | 14:45 Uhr