UN-Klimakonferenz in Glasgow Umweltverbände warnen vor "Luftnummer"

Die UN-Klimakonferenz in Glasgow ist in die Verlängerung gegangen. Ein am Freitagmorgen vorlegter Entwurf stieß auf Widerstand. Kritik gab es von Umweltverbänden. Beobachter gehen davon aus, dass mindestens noch die Nacht über beraten wird.

Ein Mann sitzt bei der UN-Klimakonferenz COP26 vor einem leuchtenden Globus.
Während der UN-Klimakonferenz in Glasgow Bildrechte: dpa

  • Ein neuer Entwurf für die Abschlusserklärung entschärft Ursprungsforderungen.
  • Umweltverbände warnen nun vor einer "Verwässerung" der Erklärung.

Stundenlange Debatten über ein weltweites Stoppsignal für die Kohle und über mehr Hilfszahlungen an arme Länder haben am Freitag den Abschluss der Weltklimakonferenz in Glasgow ausgebremst. Das Mammuttreffen in Glasgow mit 40.000 Delegierten aus 200 Ländern geht in die Verlängerung. Beobachter gehen davon aus, dass mindestens noch die Nacht über beraten wird.

Offiziell sollte die 26. UN-Klimakonferenz am Freitagabend zu Ende gehen. Allerdings waren alle Konferenzen der vergangenen Jahre ins Wochenende verlängert worden. Am Ende des Gipfels müssen die Teilnehmer den Abschlusstext einstimmig beschließen.

Glasgow, Scotland
Während des Klimagipfels Bildrechte: dpa

Im neuen Entwurf für die Abschlusserklärung wurde die erstmals aufgenommene Forderung entschärft, wonach der Kohleausstieg und das Ende der Subventionen für fossile Energieträger beschleunigt werden sollen. Nun werden lediglich Kohlekraftwerke erfasst, deren ausgestoßenes Kohlendioxid nicht gebunden wird. Bei den Subventionen heißt es nun einschränkend, lediglich "ineffiziente" Subventionen sollten gestrichen werden.

Umweltverbände warnen vor "Verwässerung"

Umweltverbände warnten nun vor Verwässerungen im geplanten Abschlussdokument in letzter Minute und forderten mehr Einsatz der Bundesregierung, damit die Konferenz keine "Luftnummer" werde.

Gerd Müller der Bundesminister fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Bildrechte: imago images/Political-Moments

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller nannte die bisherigen Ergebnisse ebenfalls enttäuschend. Schäden und Verluste durch den Klimawandel würden zu wenig beachtet. Es müsse viel stärker klar werden, dass die Entwicklungsländer die Hauptbetroffenen seien.

Auch die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer äußerte sich alarmiert über die absehbaren Beschlüsse. Neubauer sagte, nichts davon entspreche dem Zeitdruck und dem humanitären Druck, unter dem man stehe.

Quelle: MDR, epd, dpa (ics)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. November 2021 | 08:00 Uhr

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