Israel Nahostkonflikt: Kein Anzeichen für Ende der Gewalt

Im Konflikt zwischen Israel und Palästinensern gibt es kein Anzeichen für ein Ende der Gewalt. Während Israel seine Angriffe auf den Gazastreifen verstärkte, beschossen militante Palästinenser erneut isralische Städte im Süden des Landes und den Flughafen von Tel Aviv mit Raketen. Auch im Westjordanland kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern. Der UN-Sicherheitsrat wird am Sonntag erneut beraten.

Raketen erhellen den Nachthimmel, als sie von Khan Younis im südlichen Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert werden.
Leuchtstreifen von Hamas-Raketen, die von Khan Younis im südlichen Gazastreifen auf Israel abgefeuert werden. Bildrechte: dpa

Auch in der Nacht zum Samstag haben Israel und die Hamas ihre Angriffe fortgesetzt. Nach Angaben palästinensischer Mediziner wurden mindestens zwölf Menschen durch israelische Luftangriffe getötet. In den israelischen Städten Beerscheba und Aschdod wurden Gebäude von palästinensischen Raketen getroffen, Berichte über mögliche Opfer gab es zunächst nicht.

Zuvor hatte die isralische Armee ihre Angriffe auf palästinensische Ziele im Gazastreifen verschärft. "Luft- und Bodentruppen greifen gegenwärtig im Gazastreifen an", teilte die israelische Armee am Freitag auf Twitter mit. Israelische Medien sprachen vom heftigsten und breitesten Angriff im Gazastreifen seit Beginn der Eskalation am Montag. Militante Palästinenser beschossen israelische Städte im Süden des Landes mit Raketen, darunter Aschkelon, Aschdod und Modiin. Auch in die Richtung des internationalen Flughafens bei Tel Aviv wurden Raketen abgefeuert.

Ausschreitungen nun auch im Westjordanland

Unterdessen hat der Konflikt auf das Westjordanland übergegriffen. Bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern starben nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mindestens neun Menschen, 21 Menschen wurden schwer verletzt. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Details dazu.

Raketen aus benachbarten arabischen Ländern

Nach Angaben des israelischen Militärs wurden am Freitag drei Raketen von Syrien aus in Richtung Israel abgefeuert. Zwei seien in unbewohnten Gebieten in Nordisrael eingeschlagen. Eine Rakete habe das Land nicht erreicht und sei auf syrischem Boden niedergegangen. Nähere Einzelheiten wie Berichte über mögliche Schäden nannte Israels Militär zunächst nicht.

Einen Tag zuvor waren nach Militärangaben drei Raketen aus dem Libanon aus Israel abgefeuert worden. Sie seien aber vor der Küste im Norden des Landes ins Mittelmeer gefallen. Libanesische Sicherheitskreise bestätigten den Abschuss. Es war aber zunächst unklar, welche Gruppierung für den Angriff verantwortlich ist.

Israel mobilisiert weitere Reservisten

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, die Angriffe "mit großer Intensität" fortzusetzen. "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und diese Operation wird so lange wie nötig weitergehen," sagte Netanjahu.

Verteidigungsminister Benny Gantz hatte zuvor die Mobilisierung von weiteren 9.000 Reservisten genehmigt. Vor zwei Tagen hatte die Armee bereits 5.000 Reservisten mobilisiert. Nach Medienberichten bereitete sich die Armee auf eine mögliche Bodenoffensive vor.

UN-Sicherheitsrat mit dritter Sitzung in einer Woche

Der UN-Sicherheitsrat soll sich am Sonntag mit dem eskalierenden Nahost-Konflikt befassen. Die virtuelle Sitzung ist die dritte binnen einer Woche. Bei den zwei vorherigen Sitzungen hatte es keine Einigung auf eine gemeinsame Erklärung gegeben. Dies lag Teilnehmern zufolge an den USA, die eine Verurteilung ihres Verbündeten Israel ablehnten.

Im Gazastreifen starben nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 103 Menschen während der jüngsten Eskalation der Gewalt. In Israel wurden nach offiziellen Angaben bislang acht Menschen bei Raketenangriffen getötet.

Quelle: MDR, dpa, AFP

Mehr aus Politik

Mehr aus der Welt