Erste Reaktion Lukaschenko nennt Flugzeug-Umleitung "rechtmäßig"

In Belarus hat sich Präsident Alexander Lukaschenko zum ersten Mal zu der erzwungenen Landung eines Ryanair-Passagierflugzeuges in seinem Land geäußert. Er wies sämtliche Vorwürfe des Westens zurück und erklärte, rechtmäßig gehandelt zu haben.

Alexander Lukaschenko
Alexander Lukaschenko hat die Vorwürfe des Westens zurückgewiesen. Bildrechte: dpa

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat die Umleitung eines Ryanair-Flugzeuges auf den Flughafen in Minsk als rechtmäßig verteidigt. In seiner Rede im Parlament sagte er, Belarus habe aus der Schweiz die Information bekommen, dass sich ein Sprengsatz an Bord des Flugzeugs befinde. Er habe die Menschen im Flugzeug geschützt und zwar nach allen internationalen Regeln.

Präsident greift Westen an

Lukaschenko räumte ein, dass das Passagierflugzeug mit Unterstützung eines Kampfjets nach Minsk umgeleitet wurde. Es sei aber "eine absolute Lüge", dass das Flugzeug von dem Kampfjet zur Landung gezwungen worden sei. Es war das erste Mal, dass sich der belarussische Präsident zu dem Vorfall am Sonntag geäußert hat.

Dabei griff er zugleich den Westen scharf an. Lukaschenko sagte, mit der Kritik am belarussischen Vorgehen würden "rote Linien überschritten". Menschen, die Belarus nicht wohlgesinnt seien, hätten die Absicht, "das Land zu erwürgen".

EU verhängt Sanktionen gegen Belarus

Kritiker werfen Belarus einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr vor. Die EU hat wegen der Aktion neue Sanktionen gegen den Machtapparat in Belarus auf den Weg gebracht. Dazu gehört auch ein Flugverbot für Fluggesellschaften der Ex-Sowjetrepublik. Außerdem fordert sie die Freilassung von Protassewitsch und seiner Freundin.

Belarus hatte am Sonntag ein Flugzeug der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Weg von der griechischen Hauptstadt Athen nach Vilnius in Litauen nach Minsk umgeleitet. Als Grund wurde eine Bombendrohung genannt. Zum Zeitpunkt des Eingriffs befand sich das Flugzeug direkt an der Grenze zu Litauen – näher am Zielort Vilnius als an Minsk. Am dortigen Flughafen wurden der im Exil lebende belarussische Blogger Roman Protassewitsch und seine Freundin festgenommen, die sich an Bord der Maschine befanden. Die anderen Passagiere konnten nach Stunden weiterfliegen.

Quelle: MDR, dpa, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 26. Mai 2021 | 11:00 Uhr

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