UN-Klimagipfel Merkel sagt 500 Millionen Euro für Klimaschutz zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim digitalen UN-Klimagipfel knapp 500 Millionen Euro zugesichert, um ärmere Länder beim Klimaschutz zu unterstützen. Das Geld stammt aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums. Deutschland halte zudem die Zusage ein, die Klimafinanzierung bis 2020 auf jährlich vier Milliarden Euro zu verdoppeln, sagte die Kanzlerin in einer Videobotschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt im Bundeskanzleramt an einer Pressekonferenz nach Beratungen mit den Regierungschefs der Bundesländer teil
Kanzlerin Merkel sichert zusätzliche Millionen für den Klimaschutz zu. Bildrechte: dpa

Deutschland will arme Länder beim Klimaschutz mit einer Millionenhilfe unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dafür beim digitalen UN-Klimagipfel knapp 500 Millionen Euro zu. Wie das Entwicklungsministerium erklärte, kommen die Gelder aus seinem Haushalt.

Hilfsgelder in Milliardenhöhe

Merkel betonte in einer Videobotschaft, alle Staaten müssten notwendige Klimaschutz-Investitionen finanzieren können.

Deutschland halte zudem die Zusage ein, die Klimafinanzierung bis 2020 auf jährlich vier Milliarden Euro zu verdoppeln.

Die Kanzlerin sagte, sie wolle sich dafür einsetzen, dass bis zum nächsten UN-Klimagipfel in Glasgow im Dezember 2021 geklärt werde, wie es mit den Hilfen der reicheren Länder für die ärmeren für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel weitergehe.

Papst verspricht null Emission bis 2050

Papst Franziskus forderte auf dem virtuellen UN-Klimagipfel einen ökologischen Kurswechsel. Man dürfe kommenden Generationen nicht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft rauben. Das Kirchenoberhaupt sicherte zu, die Nettoemissionen des Vatikanstaats bis 2050 auf Null zu senken.

Guterres warnt vor "dramatischem Notstand"

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte zur Eröffnung des Online-Gipfels vor einem "katastrophalen Temperaturanstieg" um 3 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts gewarnt. Die 2015 abgegebenen Verpflichtungen reichten nicht aus, um die anvisierte Eindämmung der Erderwärmung zu erreichen, und selbst diese Zusagen würden nicht erfüllt. Die Welt stehe vor einem "dramatischen Notstand". Guterres forderte die Staats- und Regierungschefs auf, in ihren Ländern den "Klima-Notstand" auszurufen. "Wenn wir den Kurs nicht ändern, könnten wir auf einen katastrophalen Temperaturanstieg von mehr als drei Grad in diesem Jahrhundert zusteuern", sagte er.

Einigung von Kopenhagen

Die Industrieländer hatten 2009 in Kopenhagen versprochen, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen für Klimaschutz in Entwicklungsländern zu mobilisieren. Zuletzt hatten die Vereinten Nationen kritisiert, dass diese Marke noch nicht erreicht sei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Dezember 2020 | 18:30 Uhr

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09.04.2021 | 16:35 Uhr

Fr 09.04.2021 16:22Uhr 00:58 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/panorama/video-507820.html

Rechte: EBU, AP, AFP, ARD

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