Friedensforschungsinstitut Sipri Rüstungsausgaben weltweit auf Höchststand

Anders als erwartet sind die Rüstungsausgaben weltweit auch 2020 gestiegen – bereits das sechste Jahr in Folge. Deutschland rangiert auf Platz sieben, gleich nach Saudi-Arabien. Spitzenreiter bei den Ausgaben sind nach wie vor die USA.

Ein Schützenpanzer vom Typ Puma
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Trotz Corona-Pandemie haben die Rüstungsausgaben weltweit ein neues Hoch erreicht. Nach Angaben des schwedischen Sipri-Instituts in Stockholm investierten die Staaten 2020 insgesamt fast 1.650 Milliarden Euro ins Militär und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders aufgerüstet hätten neben den USA auch China, Russland, Indien und Großbritannien. Deutschland steht auf Platz sieben.

Damit stiegen die Ausgaben Sipri zufolge weltweit das sechste Jahr in Folge. Ursprünglich hatte das Institut wegen Corona erwartet, dass die Ausgaben von 2019 nicht überschritten werden. Jetzt stellt Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva fest: "Wir können mit einiger Sicherheit sagen, dass die Pandemie keinen signifikanten Einfluss auf die globalen Militärausgaben 2020 hatte."

Deutschland auf Rang sieben

Nach Angaben von Sipri sind die USA, China, Indien, Russland und Großbritannien die Länder mit den höchsten Ausgaben. Auf diese fünf Länder entfielen 62 Prozent der globalen Militärinvestitionen, allein auf die USA 39 Prozent. Deutschland kommt hinter Saudi-Arabien auf Platz sieben und legte 2020 um 5,2 Prozent zu. Dennoch verpasst die Bundesrepublik weiter das erklärte Nato-Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für das Militär aufzuwenden. 2020 stand Deutschland nach Nato-Angaben bei 1,56 Prozent, Sipri zufolge waren es 1,4 Prozent.

Das vom schwedischen Parlament 1966 ins Leben gerufene Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht zu den Rüstungsausgaben weltweit. Er gilt als die umfassendste Datensammlung zu den Militärausgaben. Die Stockholmer Forscher untersuchen dabei offizielle Regierungsangaben zum Verteidigungsbudget (Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung) sowie weitere Quellen und Statistiken – die Zahlen weichen deshalb traditionell von den Angaben der Nato und einzelner Länder ab.

Quellen: MDR, epd, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. April 2021 | 07:00 Uhr

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