Griechenland Neues Flüchtlingslager auf Samos eröffnet

Auf der griechischen Insel Samos ist neues "geschlossenes" Flüchtlingslager eröffnet worden. Das Camp ist mit Stacheldraht umzäunt und mit Überwachungskameras, Röntgenscannern und Magnettüren ausgestattet. Am Montag sollen die ersten Bewohner ihre Unterkünfte beziehen.

Container zur Unterbringung von Flüchtlingen in dem neu errichteten Flüchtlingslager auf der Insel Samos. Das neue Flüchtilingslager soll für 3000 Menschen Platz bieten. Die Anlage liegt rund fünf Kilometer vom einstigen provisorischen Lager nahe des Ortes Vathy und von anderen Inselortschaften entfernt und ist von hohen, stacheldrahtbewehrten Zäunen umgeben.
Das neue Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos. Bildrechte: dpa

Auf der griechischen Insel Samos ist ein neues Flüchtlingslager eröffnet worden. Das Camp ist mit Stacheldraht umzäunt und mit Überwachungskameras, Röntgenscannern und Magnettüren ausgestattet. Es ist nur per elektronischem Chip zugänglich. Die Tore bleiben über Nacht geschlossen.

Zuvor lebten auf dort zeitweise Tausende Menschen in einem provisorischen Lager. Die Anlage liegt rund fünf Kilometer vom einstigen Lager nahe des Ortes Vathy und anderen Inselortschaften entfernt.

Samos ist die erste Insel, die über ein solches "geschlossenes Zentrum mit kontrolliertem Zugang" verfügt. Auf Lesbos, Kos, Leros und Chios sollen weitere Camps dieser Art entstehen. Die EU hat dafür 276 Millionen Euro bereitgestellt.

Kritik an Beschränkungen

Menschenrechtsgruppen kritisieren die neuen "geschlossenen" Flüchtlingslager. Die Beschränkungen für die Migranten seien zu hoch. Auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zeigte sich besorgt.

Container zur Unterbringung von Flüchtlingen in dem neu errichteten Flüchtlingslager auf der Insel Samos. Das neue Flüchtilingslager soll für 3000 Menschen Platz bieten. Die Anlage liegt rund fünf Kilometer vom einstigen provisorischen Lager nahe des Ortes Vathy und von anderen Inselortschaften entfernt und ist von hohen, stacheldrahtbewehrten Zäunen umgeben.
Dicht an dicht stehen Wohncontainer nebeneinander. Bildrechte: dpa

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte im Vorfeld mit: "Wir können unseren Patienten nur noch helfen, dieses Camp zu überleben".

Die griechische Regierung verweist dagegen auf eine bessere Ausstattung der Einrichtungen etwa mit fließendem Wasser, Toiletten, separaten Bereichen für Familien und mit mehr Sicherheit. Frühere Camps waren für ihre schlechten Zustände berüchtigt.

In Griechenland kommen besonders viele Flüchtlinge auf dem Weg in die EU an. 2015 baten dort mehr als eine Million Menschen um Asyl. Angesichts der Afghanistan-Krise wird erneut mit hohen Flüchtlingszahlen gerechnet.

AFP/dpa(isc)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2021 | 16:30 Uhr

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