Österreich Kurz verlässt Politik – Kanzler Schallenberg kündigt Rücktritt an

Im Oktober trat Kurz zunächst als österreichischer Kanzler zurück, nun verlässt er die Politik komplett. Sein Fokus gelte nun der Familie, begründete er den Schritt. Gegen den 35-Jährigen laufen derzeit Ermittlungen. Auch der derzeitige Kanzler Schallenberg kündigte seinen Rücktritt an.

Sebastian Kurz, ÖVP-Fraktionschef und Ex-Kanzler Österreichs, gibt eine persönliche Erklärung in der Politischen Akademie der Volkspartei ab
Die Korruptionsermittlungen gegen ihn hätten seine Leidenschaft für die Politik geschmälert, nannte Kurz als einen Grund für seinen Rückzug. Bildrechte: dpa

Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz will sich aus der Politik zurückziehen. Der 35-Jährige gab seinen Rücktritt als Partei- und Fraktionschef der ÖVP bekannt. Die Korruptionsvorwürfe gegen ihn hätten seine Leidenschaft für die Politik geschmälert. Die Geburt seines Sohnes vor wenigen Tagen habe ihm gezeigt, dass es Wichtigeres im Leben gebe, begründete er seinen Schritt.

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, er empfinde aber keine Wehmut. Für ihn beginne nun ein neues Kapitel. "Ich freue mich auf Zeit mit meinem Kind und meiner Familie, bevor ich mich im neuen Jahr neuen beruflichen Aufgaben widmen werde", sagte Kurz.

Auch Kanzler Schallenberg will zurücktreten

Nur Stunden nach der Ankündigung von Kurz kündigte auch der amtierende Bundeskanzler Alexander Schallenberg seinen Rücktritt an. Er teilte mit, er werde sein Amt zur Verfügung stellen, sobald parteiintern die Weichen dafür gestellt seien. Zur Begründung erklärte er, dass die Ämter als Regierungschef und der ÖVP-Vorsitz rasch wieder in einer Hand vereint sein sollten.

Nach Medienspekulationen könnte Innenminister Karl Nehammer als Chef der ÖVP nachfolgen und auch das Amt des Bundeskanzlers übernehmen.

Auch Finanzminister schmeißt hin

Auch der österreichische Finanzminister Gernot Blümel tritt zurück. Er sagte, er habe sich entschieden, die Politik zu verlassen". Der finale Rücktritt von Ex-Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz sei der finale Anstoß für seinen Entschluss.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kurz

Im Oktober war Kurz zunächst als Kanzler zurückgetreten. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den 35-Jährigen wegen des Verdachts der Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss und wegen des Verdachts der Untreue. Kurz und seine politischen Mitstreiter sollen seinen Aufstieg an die Regierungsspitze unter anderem mit Hilfe von Steuergeldern befördert haben. Kurz bestreitet die Vorwürfe.

Kurz galt lange Zeit als politischer Superstar der Konservativen in Europa. Er startete seine politische Karriere auf Bundesebene 2011 als Staatssekretär für Integration. Mit 27 Jahren wurde er 2014 jüngster Außenminister in der Geschichte Österreichs. 2017 gelang ihm der Sprung an die Regierungsspitze.

dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Dezember 2021 | 10:00 Uhr

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