Umstrittene Gasröhre Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 vor Testphase

Die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 steht kurz vor ihrer Testphase. Das hat der Gouverneur des nordwestrussischen Gebiets Leningrad mitgeteilt, wo die 1.200 Kilometer lange Röhre ihren Anfang nimmt. Trotz Kritik aus den USA ist auch der russische Botschafter in Deutschland "100 Prozent" sicher, dass die Pipeline fertig wird. Doch die Deutsche Umwelthilfe will das Projekt juristisch verhindern.

An der fast fertigen wie zugleich umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 sollen bereits in der kommenden Woche die Tests beginnen. Das hat der Gouverneur des nordwestrussischen Gebiets (Oblast) Leningrad, Alexander Drosdenko, laut einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Tass mitgeteilt. In Drosdenkos Verwaltungsbezirk beginnt die über 1.200 Kilometer lange Röhre, die Erdgas nach Deutschland und in weitere europäische Länder transportieren soll.

Botschafter ist "100 Prozent" sicher

Das Konsortium von Nord Stream 2 wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, zeigte sich auf dem Russlandtag in Rostock jedoch überzeugt, dass Nord Stream 2 trotz "verschiedener Drohgebärden und Sanktionen" noch in diesem Jahr fertig gebaut wird. "Da sind wir zu 100 Prozent sicher, dass wir in diesem Jahr das bis zum Ende machen."

Pipeline soll Erdgaslieferungen erhöhen

Die fast fertig gestellte Nord Stream 2-Pipeline soll die Kapazitäten für russische Erdgaslieferungen nach Deutschland deutlich erhöhen. Als Finanzpartner sind an dem Projekt unter anderem der Düsseldorfer Versorger Uniper und der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV beteiligt.

US-Kritik und Umweltklage

Gegner des Nord Stream 2-Projekts wie die USA kritisieren, dass sich Europa dadurch abhängig von Russland mache und den bisherigen Gas-Transitländern Ukraine und Polen schade. Von den zuvor angedrohten Sanktionen haben die USA unter der Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden mittlerweile aber Abstand genommen. Die Bundesregierung hält ohnehin an der Pipeline fest, obwohl auch einige EU-Staaten das Projekt kritisieren.

Die Deutsche Umwelthilfe will den Abschluss des Projekts verhindern. Sie beantragte beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, die Bau- und Betriebsgenehmigung aus Klimaschutzgründen zu widerrufen. Die DUH beklagt insbesondere, dass die Pipeline eine immense Klimawirkung habe, vor allem mit Blick auf Methan-Emissionen.

Schwesig bekräftigt Unterstützung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bekräftigte ungeachtet dessen ihre Unterstützung für die Pipeline. Wegen des Ausstiegs aus Atom und Kohle werde für eine Übergangszeit das Gas benötigt, sagte die SPD-Politikerin in Rostock auf dem von Mecklenburg-Vorpommern ausgerichteten Russlandtag.

Quelle: Reuters/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Juni 2021 | 12:15 Uhr

10 Kommentare

aiddaddy vor 16 Wochen

Nachdem die Leitmedien und entsprechende Politiker sehr fleißig versucht haben uns die Russen und deren Gas als Gefahr zu verkaufen, freue ich mich jetzt richtig auf das Gas, auf das Erdgas was aus dem gefährlichen Russland kommt!

Ich gehe auch davon aus, dass wir die Freundschaft mit den Nachbarn höher halten sollten, als zu irgendwelchen anderen Nationen über dem Atlantik. Ich sehe auch nicht den Sinn dahinter den amerikanischen Dollar zu stärken und den Einflussbereich der Amerikaner zu stärken. Es sollte auch klappen, es sei den, es fährt ganz zufällig ein US-U-Boot dagegen und beschädigt die Pipeline. Man weiß ja nie! Richtige Entscheidung und weiter so!

Anni22 vor 16 Wochen

"Nord Stream 2 senkt die Gaspreise in Europa und weltweit. Grund dafür ist der verstärkte Wettbe-werb zwischen russischem
Erdgas und Flüssigerdgas (LNG). Die geplante Pipeline erhöht die Wettbewerbsintensität im Wettbewerb, da russisches Gas
zu geringen Kosten nach Nordwesteuropa gelangen kann. Der zusätzliche Wettbewerb entlastet die europäischen Gasverbraucher in 2020 je nach Szenario um 8 bis 24 Mrd. € pro Jahr, wie eine kürzlich vom Kölner Forschungsinstitut ewi Energy
Research & Scenarios (ewi ER&S) veröffentlichte Studie zeigt.. " Quelle Energie.de
Peter, wenn Sie was wissen wollen, machen Sie sich doch mal etwas mühe undGoogeln Sie es!

Norbert Franke vor 16 Wochen

Ich finde es gut das das Gas nun ,,über das Meer,, kommt und nicht durch andere Staaten geht die daran mitverdienen wollen .Nur deshalb ist dessen Geschrei ( Ukraine,Polen ) ja so groß.

Mehr aus Politik

Mehr aus der Welt

Eine Unwetterfront sorgt derzeit für starke Niederschläge auf dem spanischen Festland. Im Westen und Süden des Landes wurden mehrere Gemeinden überflutet.  1 min
Bildrechte: Eurovision

Eine Unwetterfront sorgt derzeit für starke Niederschläge auf dem spanischen Festland. Im Westen und Süden des Landes wurden mehrere Gemeinden überflutet.

23.09.2021 | 18:42 Uhr

Do 23.09.2021 18:21Uhr 00:37 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/panorama/video-557046.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Auf einem bunten Taxidach wachsen Pflanzen. Eine Frau gießt sie mit eienr Gießkanne. 1 min
Thailändische Taxi-Kooperative baut Gemüse auf stillgelegten Taxis in der Coronapandemie an Bildrechte: Reuters