Österreich Sebastian Kurz im Porträt (Stand 2019)

Als "Basti Fantasti", "Macron der Alpen" oder "Wunderwuzzi" wurde Österreichs Politik-Jungstar bezeichnet. Nun hat er auch wieder die Parlamentswahl gewonnen - ungeachtet seiner gescheiterten und umstrittenen Koalition mit den Rechtspoulisten. Damit geht der kometenhafte Aufstieg des 33-Jährigen weiter, Kurz wird aller Voraussicht nach wieder Regierungschef.

 Sebastian Kurz, Parteivorsitzender der ÖVP
Mit 27 österreichischer Außenminister, mit 33 gewinnt er zum zweiten Mal die Parlamentswahlen: Sebastian Kurz. Bildrechte: dpa

Die Karriere des österreichischen Polit-Jungstars verlief wie im Zeitraffer: Geboren am 27. August 1986 als Sohn einer Lehrerin und eines Ingenieurs in Wien, schließt er sich schon als Schüler der Jungen ÖVP an und wird 2009 ihr Bundesvorsitzender. Bereits mit 24 Jahren wird der konservative Politiker Staatssekretär und gibt sein Jurastudium auf, um sich ganz der Politik zu widmen.

Außenminister mit 27

Im März 2014 wird der Jungpolitiker Kurz ohne jede außenpolitische Erfahrung neuer österreichischer Außenminister. In der Flüchtlingskrise gibt er sich als Hardliner: Er kritisiert die deutsche Willkommenskultur, setzt in Österreich eine Obergrenze für Flüchtlinge und schließlich die Schließung der Balkanroute durch.

2017 übernimmt Kurz die Führung der konservativen ÖVP und führt als Parteichef den Bruch der großen Koalition mit der SPÖ herbei. Er ändert die schwarze Farbe der Partei in türkis und verwandelt sie kurzerhand in die "Liste Kurz", eine Bewegung, die sich allein um seine Person dreht.

Mit dieser Strategie gewinnt die ÖVP im Herbst 2017 die Parlamentswahlen.

Koalitions-Aus perlt an ihm ab

Nicht vorgesehen im Karriereplan war das frühe Aus seiner Koalition mit der rechtspopulistischen FPÖ. Die Regierung platzte im Mai wegen des "Ibiza-Skandals" rund um den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Kurz schaffte es, aus der Affäre weitgehend ohne Kratzer herauszukommen. Zwar musste Kurz vorübergehend den Posten als österreichischer Bundeskanzler abgeben, doch aus der vorgezogenen Neuwahl am 29. September 2019 gehen die ÖVP und Kurz sogar gestärkt hervor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. September 2019 | 22:00 Uhr

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