Ukraine-Krieg Putin ordnet Mobilmachung russischer Streitkräfte an

Lange wollte Russlands Präsident Putin den Krieg in der Ukraine von seinem Volk fernhalten. Die ukrainische Offensive mit ihren Erfolgen bringt ihn nun dazu, eine "Teilmobilmachung" der Streitkräfte anzuordnen.

Der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Rede im Fernsehen.
Putin ordnet eine Mobilmachung der Streitkräfte an. 300.000 Reservisten werden aktiviert. Bildrechte: dpa

Präsident Wladimir Putin hat eine Teilmobilmachung der russischen Streitkräfte angeordnet. Putin sagte in einer Fernsehansprache, er habe diese Entscheidung nach einem Vorschlag des Verteidigungsministeriums getroffen. Das Dekret dazu sei unterzeichnet. Die Mobilmachung beginne noch am Mittwoch.

Russland hat rund 300.000 Reservisten

Putin betonte, es gehe darum, russische Gebiete zu verteidigen. Russlands Ziel sei es, die ostukrainischen Region Donbass zu befreien. Der Kreml-Chef erneuerte seinen Vorwurf, der Westen wolle Russland zerstören. Deshalb werde Russland alle seine Ressourcen nutzen, um sein Volk zu verteidigen.

Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht wird, werden wir zum Schutz Russlands und unseres Volkes unbedingt alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Das ist kein Bluff.

Wladimir Putin

Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, die Teilmobilmachung gelte für 300.000 Reservisten. Das sei rund ein Prozent der Ressourcen von 25 Millionen. Es handle sich um Kräfte, die bereits gedient hätten und über militärische Erfahrung verfügten.

Rückschläge für russische Truppen in der Ukraine

Zuletzt waren russische Truppen im Süden und Nordosten der Ukraine in die Defensive geraten. Vor zehn Tagen gelang es der Ukraine das Gebiet Charkiw von den russischen Besatzern zu befreien. Auch sollen ukrainische Soldaten die Kontrolle über erste Ortschaften im Gebiet Luhansk erlangt haben.

Nach Einschätzung westlicher Militärs hat es der russischen Armee zuletzt vor allem an frischen Kräften gemangelt. Eine Generalmobilmachung war bereits im Frühjahr erwartet worden, als die russische Offensive ins Stocken geriet. Jedoch scheute Putin vor diesem Schritt bisher zurück, um den Krieg von großen Teilen der Bevölkerung fernzuhalten.

dpa/Reuters/AFP(luz)

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht vor den Delegierten in der Generaldebatte bei der 77. Generalversammlung der UN. Hauptthema der Vollversammlung ist der russische Angriffskrieg in der Ukraine. mit Audio
In seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung in New York hat Bundeskanzler Scholz Russlands Präsidenten Putin scharf attackiert.  Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2022 | 08:30 Uhr

Mehr aus Politik

Mehr aus der Welt

Verwüstung durch Hurrikan Ian in Florida 1 min
Bildrechte: mdr
1 min 30.09.2022 | 12:40 Uhr

Hurrikan Ian hat im US-Bundesstaat Florida ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Ganze Städte stehen unter Wasser. Die Zahl der Todesopfer durch den Sturm steigt.

Fr 30.09.2022 10:39Uhr 01:15 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/panorama/video-tote-hurrikan-ian-florida100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video