NBC-Interview Putin hält Biden für berechenbarer als Trump

Russlands Präsident Putin hält US-Präsident Biden für berechenbarer als dessen Amtsvorgänger Trump. In einem NBC-Interview bezeichnete der Kreml-Chef die bilateralen Beziehungen der beiden Länder als sehr schlecht.

Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation
Putin hält Biden für berechenbarer und hofft auf bessere Beziehungen. Bildrechte: dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin hält US-Präsident Joe Biden für berechenbarer als dessen Vorgänger Donald Trump. Putin sagte in einem Interview des US-Nachrichtensenders NBC News, anders als Trump sei Biden ein Berufspolitiker, ein "Karriere-Mensch", der sein Leben in der Politik verbracht habe. Er hoffe daher, dass es seitens des neuen Amtsinhabers keine "impulsiven" Aktionen geben werde.

"Beziehungen auf Tiefpunkt gesunken"

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland beschrieb Putin als sehr schlecht. "Unsere bilaterale Beziehung ist in den letzten Jahren auf einen Tiefpunkt gesunken". In dem Interview lobte Putin den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump dennoch als "außergewöhnliches und talentiertes Individuum". Putin hatte offen zugegeben, bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 für Trump gewesen zu sein. Der Ex-US-Präsident wiederum hatte sich wiederholt bewundernd über den russischen Präsidenten geäußert.

"Killer"-Vorwurf bereitet Putin keine Sorgen

Biden hingegen hatte im März gesagt, er mache sich keine Illusionen über Putin. Mit Blick auf eine Reihe hochkarätiger Todesfälle in Russland, etwa des Kremlkritikers Boris Nemzow, bezeichnete er den russischen Präsidenten als "Killer". Auf die Frage in dem NBC-Interview, ob er "ein Killer" sei, sagte Putin, der Begriff sei Teil des in Hollywood üblichen "Machogehabes". Dieses wiederum sei "Teil der politischen Kultur der USA" – aber in Russland sei dies nicht normal. Er habe schon Dutzende solcher Anschuldigungen gehört. "Dies ist wirklich nichts, über das ich mir irgendwie Sorgen mache."

Putin und Biden treffen sich am Mittwoch in Genf erstmals seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten persönlich. Biden will dabei nach eigenen Angaben eine Reihe kritischer Themen wie die mutmaßliche Einflussnahme Russlands auf US-Wahlen und russische Hacker-Angriffe zur Sprache bringen.

Quellen: MDR/AFP/Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Juni 2021 | 08:00 Uhr

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