Deeskalation gefordert Sorge über erneute Spannungen in der Ostukraine

Zuletzt verlegte Russland zunehmend Militär an die Grenze zur Ukraine, für Manöver sollen Seegebiete im Schwarzen Meer abgesperrt werden. Nicht nur die Ukraine zeigt sich besorgt und fordert einen Abzug der Truppen.

Ostukraine Russland
In der Ostukraine nahmen die Spannungen zu Russland zuletzt deutlich zu. Bildrechte: imago images/Ukrinform

Deutschland, Frankreich und die Ukraine haben Russland aufgefordert, Truppen von der ukrainischen Grenze abzuziehen. Nach einer Videokonferenz erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident Emmanuel Macron und Präsident Wolodymyr Selenskyj, alle seien besorgt über die Zunahme der Truppen. Die Truppenverstärkungen müssten abgebaut werden, um die Lage zu deeskalieren.

Merkel und Macron unterstrichen zudem, dass sie die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine unterstützten. Russland und die Ukraine müssten das Minsker Abkommen zum Waffenstillstand im Ukraine-Konflikt umsetzen. Deutschland und Frankreich wollten sich weiter um Gespräche im Normandie-Format, also unter Einbeziehung Russlands, bemühen. Für kommenden Montag sei ein neues Gespräch auf Beraterebene geplant, hieß es.

Kritik an geplantem russischen Militärmanöver

Der ukrainische Präsident äußerte die Hoffnung, dass die Waffenruhe in der Ostukraine ab der kommenden Woche wieder aufgenommen werde. Ein Kreml-Sprecher hatte unterdessen vor den Videoberatungen Merkel und Macron aufgerufen, die Ukraine zum Stopp aller "Provokationen" entlang der Frontlinie zu bewegen.

Zudem meldete die russische Staatsagentur Ria Nowosti unter Berufung auf das Verteidiungsministerium in Moskau, bestimmte Seegebiete im Schwarzen Meer sollten für ein Manöver abgesperrt werden. Die Schifffahrt durch die Meerenge von Kertsch an der Halbinsel Krim sei davon aber nicht betroffen. Ein ranghoher EU-Beamter sprach von einer "äußerst besorgniserregenden" Entwicklung. Es sei davon auszugehen, dass die internationale Schifffahrt behindert würde.

Wir rufen Russland auf, den freien Zugang zu ukrainischen Häfen im Asowschen Meer zu gewährleisten und die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten.

Oana Lungescu Nato-Sprecherin

Seit knapp sieben Jahren werden Teile der Gebiete Luhansk und Donezk entlang der russischen Grenze von moskautreuen Separatisten kontrolliert. UN-Schätzungen zufolge wurden seitdem mehr als 13.000 Menschen getötet.

Quelle: MDR, dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. April 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Politik

Hunderte Verletzte bei Unruhen in Jerusalem 1 min
Palästinensische Demonstranten tragen Verletzten weg Bildrechte: Reuters

Mehr aus der Welt