Russland Kreml-Kritiker Nawalny beendet Hungerstreik

Nach drei Wochen beendet der inhaftierte russische Oppositionspolitiker Nawalny seinen Hungerstreik. Er reagiert damit auf den Rat von Ärzten. Die hatten ihn gewarnt, dass er im schlimmsten Fall sterben würde, sollte er weiter die Nahrung verweigern. An seiner Forderung nach einer Untersuchung durch einen Vertrauensarzt hält Nawalny weiter fest.

Oppositionsführer Alexej Nawalny steht in einem Käfig im Babuskinsky Bezirksgericht
Nawalny wurde nach seiner Rückkehr aus Deutschland nach Russland festgenommen, vor Gericht gestellt und zu einer Haftstrafe verurteilt. Bildrechte: dpa

Der inhaftierte russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny will seinen Hungerstreik beenden. Über seinen Instagram-Kanal ließ er mitteilen, angesichts aller Umstände beginne er damit, aus dem Streik auszusteigen. Es werde 24 Tage dauern, um schrittweise wieder zu einer normalen Nahrungsaufnahme zu kommen.

Nawalny hört auf Rat von Ärzten

Ärzte hatten ihm zuvor dringend geraten, seinen Hungerstreik zu beenden. Sollte er weiter nicht essen, würde das seine Gesundheit weiter schädigen. Im schlimmsten Fall würde er sterben.

Die Ärzte hatten nach eigenen Angaben die Ergebnisse eingehender Untersuchungen ausgewertet. Für diese war er nach Angaben seines Teams in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses in Wladimir östlich von Moskau gebracht worden.

Nawalny wollte Untersuchung durchsetzen

Kreml-Kritiker Nawalny war Ende März in den Hungerstreik getreten. Er wollte durchsetzen, dass er von einem unabhängigen Arzt untersucht wird. Zuletzt hatte er über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen, Fieber und Husten geklagt.

Auch nach seiner Ankündigung, den Hungerstreik zu beenden, forderte er erneut, von einem Vertrauensarzt untersucht zu werden. Am Mittwoch hatten seine Unterstützer landesweit für eine ausreichende medizinische Versorgung des 44-Jährigen demonstriert.

Verurteilung bei Rückkehr nach Russland

Nawalny hatte 2020 einen Giftanschlag in Russland überlebt. Er war in Deutschland ärztlich behandelt worden. Bei der Rückkehr in seine Heimat im Januar wurde er festgenommen und zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Nawalny macht Russlands Präsident Wladimir Putin für den Giftanschlag verantwortlich. Er wirft der Regierung und den Putin nahestehenden Geschäftsleuten Vetternwirtschaft und Korruption vor. Putin weist die Vorwürfe zurück.

Quelle: MDR/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. April 2021 | 15:00 Uhr

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