Widersprüche Schwarzes Meer: Vorfall um britisches Kriegsschiff

Im Schwarzen Meer soll ein britisches Kriegsschiff in russische Gewässer eingedrungen sein. Moskau spricht von Warnschüssen, die das Schiff zum Umlenken gebracht hätten. London dementiert und spricht von einer regulären Durchfahrt.

Der Royal Navy Zerstörer HMS Defender trifft im Hafen von Odessa ein.
Der britische Zerstörer "HMS Defender" (Archivbild aus dem Hafen von Odessa). Bildrechte: dpa

Russland hat nach eigenen Angaben ein britisches Kriegsschiff aus seinen Gewässern vertrieben. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, wurden zur Warnung Schüsse abgegeben und Bomben in den Fahrtweg des Schiffes abgeworfen. Der britische Zerstörer sei am Mittag unweit der Halbinsel Krim drei Kilometer weit in russische Hoheitsgewässer gefahren. Nach dem Beschuss durch die russische Schwarzmeerflotte und den Grenzschutz des Inlandsgeheimdienstes FSB sei das Schiff dann abgedreht. Es soll keine Verletzten geben.

London spricht von "harmloser Durchfahrt"

Das britische Verteidigungsministeriums dementierte die Darstellung. "Wir glauben, dass die Russen Schießübungen vorgenommen haben im Schwarzen Meer", hieß es in einer Mitteilung. Diese seien vorab angekündigt worden. Schüsse in Richtung des Zerstörers "HMS Defender" oder auf den Kurs des Schiffes habe es nicht gegeben. Die "HMS Defender" sei auf einer "harmlosen Durchfahrt" durch ukrainische Gewässer im Einklang mit internationalem Recht, hieß es weiter.

Streit um geplantes Militärmanöver unter US-Führung

Moskau erklärte, der britische Militärattaché sei ins russische Verteidigungsministerium einbestellt worden. Auf See und im Luftraum kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, weil Russland seine Grenzen verletzt sieht. International wird die Annexion der Krim nicht anerkannt. Aus Sicht der Regierung in Kiew handelt es sich daher um ukrainisches Hoheitsgebiet.

Der aktuelle Vorfall ereignete sich kurz vor dem geplanten zweiwöchigen Manöver "Sea Breeze" im Schwarzen Meer. Nach US-Angaben soll es am Montag mit insgesamt 32 beteiligten Ländern aus sechs Kontinenten beginnen. Mit 5.000 Soldaten, 32 Schiffen, 40 Flugzeugen und 18 Spezialoperationen und Tauchteams soll es die bisher größte derartige Militärübung werden.

Russland hatte zuletzt die USA und ihre Verbündeten aufgefordert, das Manöver nicht abzuhalten. "Das Ausmaß und die offensichtlich aggressive Art der militärischen Übungen entsprechen in keiner Weise den tatsächlichen Sicherheitsbedürfnissen in der Schwarzmeer-Region", erklärte die russische Botschaft in den USA.

Quelle: MDR, dpa, AFP, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Juni 2021 | 15:00 Uhr

Mehr aus Politik

Belarussische Leichtathletin Timanowskaja gibt Videobotschaft per Instagram 1 min
Belarussische Leichtathletin Timanowskaja gibt Videobotschaft per Instagram Bildrechte: AFP
Luftaufnahme: Fluss in Wald
Breite Flüsse, weite Wälder - typisch für Sibirien. Forscher sehen hier reichlich Platz für noch mehr Bäume und fordern Aufforstung für den Klimaschutz. Bildrechte: IMAGO

Mehr aus der Welt

Beide Züge stehen auf Gleis. Ein Zug ist schwer beschädigt 1 min
Schweres Zugunglück in Tschechien Bildrechte: Eurovision

In Westböhmen bei Domazlice ist ein Expresszug mit einer tschechischen Regionalbahn kollidiert. Neben drei Toten gibt es viele Schwerverletzte. Der deutsche Zug soll ein Haltesignal missachtet haben.

04.08.2021 | 14:41 Uhr

Mi 04.08.2021 12:46Uhr 00:49 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/panorama/video-zug-unfall-tschechien-express-muenchen-prag-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Großer Waldbrand auf Vororte Athens übergegriffen 1 min
Großer Waldbrand auf Vororte Athens übergegriffen Bildrechte: Reuters