Nach Corona-Infektion Trump im Krankenhaus

Nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus hat sich US-Präsident Trump in ein Krankenhaus begeben. Laut Weißem Hauses handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Trump habe nur "milde Symptome" und werde seine Arbeit fortsetzen. Trump wurde unter anderem mit einem nicht zugelassenen Medikament behandelt.

Donald Trump, Präsident der USA, verlässt das Weiße Haus.
Trump auf dem Weg ins Militärkrankenhaus. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat sich nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus in ein Krankenhaus begeben. Ein Hubschrauber brachte ihn ins Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda nördlich von Washington. Den Weg vom Weißen Haus zum Hubschrauber ging Trump zu Fuß. Er trug eine Maske und sprach nicht mit Reportern.

Trump führt Amtsgeschäfte weiter

Eine Sprecherin Trumps erklärte, bei der Verlegung in ein Krankenhaus handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Trumps Ärzte hätten zu diesem Schritt geraten, damit er im Bedarfsfall schnell Hilfe bekommen könne. Dem Präsidenten stünden Büroräume in dem Militärkrankenhaus zur Verfügung. Hier werde Trump seine Arbeit in den kommenden Tagen fortsetzen. Er habe die Amtsgeschäfte nicht an seinen Vize Mike Pence übergeben.

In einer kurzen Videobotschaft, die nach seiner Ankunft im Krankenhaus veröffentlicht wurde, sagte Trump: "Ich denke, dass es mir sehr gut geht. Aber wir wollen sicherstellen, dass alles gut ausgeht."

Präsident hat "milde Symptome"

Zuvor hatte der US-Präsident zur Behandlung eine Antikörper-Kombination erhalten. Die Infusion sei ohne Probleme verlaufen, erklärte sein Leibarzt Sean Conley. Trump weise Ermüdungserscheinungen auf und habe leichte Erkältungssymptome. Er sei aber "frohen Mutes".

Inzwischen nehme der Präsident das Medikament Remdesivir des US-Unternehmens Gilead Sciences ein. Remdesivir, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, kann nach bisherigen Erkenntnissen das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf von Covid-19 vermindern.

Trump mit nicht zugelassenem Medikament behandelt

Experten kritisieren die Entscheidung, Trump mit der Antikörper-Kombination von Regeneron zu behandeln, da sich das Medikament noch in der Erprobungsphase befindet und bislang nicht zugelassen ist. So schrieb der Bostoner Notfallmediziner Jeremy Faust auf Twitter: "Wir sollten dem Präsidenten dieses Medikament nicht verabreichen, bevor seine Wirksamkeit bewiesen ist."

Medizindozent Vinay Prasad von der Universität von Kalifornien in San Francisco warnte: "Es ist schlechte Wissenschaft, schlechte Medizin und schlechte Ethik, mächtigen Leuten unerprobte Dinge zu geben, die man normalen Leuten nicht gibt."

Trump gehört zur Risikogruppe

Der US-Präsident hatte in der Nacht zum Freitag bekanntgegeben, dass er und seine Frau Melania positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Erkrankung trifft Trump auf dem Höhepunkt des Wahlkampfs, anstehende Auftritte vor Publikum wurden abgesagt. Mit 74 Jahren und Übergewicht gehört Trump zur Risikogruppe.

Inzwischen erreichten den Präsidenten und die First Lady aus aller Welt Genesungswünsche, unter anderem auch von seinem Konkurrenten Joe Biden, von Ex-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 03. Oktober 2020 | 19:30 Uhr

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