US-Bundesstaat Oklahoma Trump macht mit Deutschland-Schelte Wahlkampf

Es war der erste Wahlkampfauftritt Trumps seit Anfang März, als die Corona-Krise die USA mit voller Wucht getroffen hatte. Gesundheitsexperten warnen unablässig, dass Wahlkampfauftritte mit tausenden Teilnehmern ideale Bedingungen für eine Ausbreitung des Virus bieten. Doch Trump will sich davon nicht beirren lassen. Bei seiner ersten Veranstaltung warf er Deutschland erneut vor, nicht genügend Geld in die Nato-Verteidigung zu stecken.

Donald Trump, Präsident der USA, kommt während einer Wahlkampfveranstaltung in Tulsa auf die Bühne.
Die Veranstaltungshalle in der Stadt Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma, in der Trump auftrat, fasst 19.000 Menschen. Doch viele Plätze blieben auch leer. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat bei seiner ersten Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Pandemie seine Kritik an Deutschland erneuert. Bei dem Auftritt in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma bekräftige er seine Pläne, 9.500 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Zugleich sagte er, Deutschland schulde der Nato wegen unzureichender Verteidigungsausgaben in den vergangenen 25 Jahren "eine Billion Dollar". Wie er auf diese Zahl kommt, erläuterte der US-Präsident nicht.

Verteidigungsausgaben im Vergleich

Das Ziel der Nato ist, dass jedes Mitglied zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgibt – und zwar spätestens 2024. Deutschland hat die Ausgaben zwar deutlich gesteigert, liegt aber erst bei knapp 1,4 Prozent. Das Ziel von zwei Prozent wird Deutschland vermutlich erst 2030 erreichen – sehr zum Ärger von US-Präsident Trump. Die USA gaben im vergangenen Jahr umgerechnet rund 660 Milliarden Euro für die Verteidigung aus, mehr als alle anderen Nato-Länder zusammen. Deutschlands Verteidigungsbeitrag beläuft sich nach Angaben der Stiftung Wissenschaft und Politik in diesem Jahr auf rund 45 Milliarden Euro.

Trump plant weitere Wahlkampfauftritte

Der Auftritt Trumps am Samstagabend war umstritten. Die US-Gesundheitsbehörden befürchten eine Vielzahl neuer Coronavirus-Infektionen, wenn tausende Menschen in einer Halle zusammenkommen. Just vor dem Auftritt in Tulsa wurden sechs Mitarbeiter von Trumps Wahlkampf-Team, die im Vorfeld in die Stadt gereist waren, positiv auf das Coronavirus getestet.

Während Herausforderer Joe Biden von den Demokraten noch abwartet, plant Trump schon die nächsten Wahlkampfauftritte in Arizona, Florida und North Carolina. Auf die steigenden Corona-Zahlen hatte Trump am Samstagabend eine Antwort parat: "Ich habe meinen Leuten gesagt: testet langsamer" – schließlich würden mehr Tests zu mehr positiven Testergebnissen führen. Das Weiße Haus betonte umgehend, der Präsident habe einen Witz gemacht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juni 2020 | 08:00 Uhr

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