Präsident getötet Militär übernimmt im Tschad die Macht

Der langjährige Präsident der zentralafrikanischen Republik Tschad, Idriss Deby, ist von Rebellen getötet worden. Sein Sohn und ein Militärrat übernehmen die Macht. Das arme Land spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen islamistische Extremisten, Frankreich hat Tausende Soldaten im Tschad stationiert.

Idriss Deby Itno, Präsident des Tschad.
Der Präsident des Tschad, Idriss Deby Itno, wurde nach Armeeangaben von Rebellen getötet. Bildrechte: dpa

Der Präsident von Tschad, Idriss Deby, ist nach Angaben der Armee von Rebellen getötet worden. Der 68-Jährige sei am Montag während eines Truppen-Besuchs im Norden des Landes von Rebellen verletzt worden und später in der Hauptstadt N'Djamena gestorben.

Zum Interims-Präsidenten wurde Debys Sohn Mahamat Idriss Kaka ernannt. Der 37-jährige Vier-Sterne-General soll nach Armeeangaben zusammen mit einem Militärrat freie und demokratische Neuwahlen vorbereiten. Ein Militärsprecher versprach allen Bürgern Freiheit und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.

Deby stand vor sechster Amtszeit

Deby war 1990 durch einen Putsch an die Macht gekommen. Er galt als wichtiger Verbündeter des Westens im Kampf gegen Dschihadisten in der Sahel-Region. Seine Gegner warfen ihm Unterdrückung vor.

Französische Soldaten im Tschad
Französische Soldaten im Tschad. Bildrechte: dpa

Erst am Montag hatte die Wahlkommission Debys Sieg bei der Präsidentenwahl am 11. April mit knapp 80 Prozent der Stimmen verkündet. Die Opposition hatte die Wahl teilweise boykottiert.

Der Tschad mit seinen rund 16 Millionen Einwohnern zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Frankreich als ehemalige Kolonialmacht hat rund 5.000 Soldaten in der Region stationiert. Sie sollen im Kampf gegen islamistische Terroristen in der Region helfen.

Quellen: AFP, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. April 2021 | 15:45 Uhr

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