Verfassung Tschechien legalisiert Schusswaffenbesitz

Der Besitz einer Schusswaffe ist in Tschechien künftig ein verfassungsmäßiges Grundrecht. Nach dem Abgeordnetenhaus billigte jetzt auch der Senat die Änderung der Verfassung. In Tschechien sind bereits 900.000 legale Schusswaffen registriert.

Schusswaffen aus Tschechien
Schusswaffenbesitz in Tschechien jetzt erlaubt Bildrechte: dpa

Tschechien nimmt das Recht auf Schusswaffenbesitz in seine Verfassung auf. Nach dem Abgeordnetenhaus billigte nun auch der Senat mit deutlicher Mehrheit die Änderung. In der Grundrechtecharta des EU-Mitgliedstaats wird es damit künftig heißen: "Das Recht, sein Leben oder das Leben eines anderen Menschen mit der Waffe zu verteidigen, ist unter den gesetzlichen Bedingungen garantiert." Präsident Milos Zeman muss den Beschluss noch unterzeichnen, was aber als sicher gilt.

Initiative contra EU-Kommmission

Die Initiative war eine Reaktion auf Bemühungen der EU-Kommission, den Erwerb von Feuerwaffen zu erschweren. Brüssel hatte nach den Terroranschlägen in Paris im November 2015 ein verschärftes EU-Waffenrecht beschlossen. Eine Petition dagegen unterschrieben in Tschechien mehr als 100.000 Menschen. In dem Land mit 10,7 Millionen Einwohnern sind mehr als 900.000 legale Schusswaffen registriert - ihre Zahl hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.

Eine psychologische Untersuchung ist für den Erwerb des Waffenscheins nur in Einzelfällen erforderlich. Das Land ist zudem ein bedeutender Exporteur von Kleinwaffen aus eigener Produktion. Die tschechische CZG-Gruppe übernahm jüngst den traditionsreichen US-Konkurrenten Colt.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juli 2021 | 16:30 Uhr

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