Einen Tag nach Parlamentswahl Tschechiens Präsident Zeman auf Intensivstation

Einen Tag nach der Parlamentswahl in Tschechien ist Präsident Zeman auf die Intensivstation eines Prager Krankenhauses verlegt worden. Damit ist fraglich, ob er seiner Aufgabe, den Regierungsauftrag zu erteilen, nachkommen kann.

Der Tschechische Präsident Milos Zeman
Zeman bei einem Treffen mit tschechischen Botschaftern Ende August 2021. Bildrechte: imago images/CTK Photo

Der tschechische Präsident Miloš Zeman befindet sich auf der Intensivstation eines Prager Militärkrankenhauses. Das hat sein Leibarzt Miroslav Zavoral am Sonntag vor Journalisten in Prag mitgeteilt. Angaben zur Diagnose könne er noch nicht machen. Medienberichten zufolge hat der 77-jährige Zeman ernste Probleme mit der Leber.

Präsident muss nach Wahl Regierungsauftrag erteilen

Zemans Krankenhauseinlieferung erfolgte einen Tag nach der Parlamentswahl in Tschechien und kurz nach einem Treffen mit dem bei der Wahl knapp unterlegenen Regierungschef Andrej Babiš am Sonntagmorgen.

Der Zustand Zemans könnte nun Einfluss auf die Regierungsbildung haben. Laut Verfassung muss der Präsident dem Parlament einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs vorschlagen. Zeman, der als Verbündeter von Ministerpräsident Babiš gilt, hatte in der Vergangenheit angekündigt, der Einzelpartei mit den meisten Stimmen den Regierungsauftrag zu geben. Das wäre die Partei von Babiš, ANO.

Oppositionsbündnis mit Mehrheit im Parlament

Knapp gewonnen hatte laut vorläufigem Ergebnis das konservative Oppositionsbündnis Spolu ("Gemeinsam") mit 27,79 Prozent der Stimmen. Da es sich hier um einen Zusammenschluss von Parteien handelt, würde der Regierungsauftrag unter Zeman aber wohl nicht an sie gehen.

Spolu und die liberale Allianz aus Piraten und Bürgermeistern verfügen zusammen über eine Mehrheit im Parlament und haben eine Zusammenarbeit mit Babiš ausgeschlossen. Dessen bisheriger Regierungspartner, die Sozialdemokraten, ist derweil an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Zeman hatte im Sommer bereits über mehrere Wochen im Krankenhaus gelegen, Ende September war er entlassen worden.

AFP(agr)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Fernsehen | 10. Oktober 2021 | 19:30 Uhr

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