Kriegsverbrecher-Prozess in Ukraine Russischer Soldat zu lebenslanger Haft verurteilt

In der vergangenen Woche hatte in der Ukraine der erste Prozess gegen einen russischen Soldaten wegen Kriegsverbrechen begonnen. Nun fiel das Urteil. Der Mann soll lebenslang in Haft, weil er einen unbewaffneten Zivilisten erschossen hat.

Ein russischer Soldat sitzt in einer Glaskabine während einer Gerichtsverhandlung in Kiew.
Der Angeklagte in der vergangenen Woche während des Prozesses. Bildrechte: dpa

Im ersten Kriegsverbrecher-Prozess gegen einen russischen Soldaten in der Ukraine ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der zuständige Richter erklärte in Kiew, man habe den 21 Jahre alten Mann schuldig befunden, einen unbewaffneten ukrainischen Zivilisten getötet zu haben.

Angeklagter legte Geständnis ab

Der Angeklagte hatte zuvor die Tat eingeräumt und um Vergebung gebeten. In seinem Schlusswort vor Gericht hatte er gesagt: "Ich bedauere es. Ich bereue es sehr. Ich habe mich nicht geweigert, und ich bin bereit, alle Maßnahmen zu akzeptieren, die verhängt werden."

Der Anwalt des Russen kündigte bereits an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Er hatte einen Freispruch gefordert und zur Begründung angeführt, der Soldat habe einen Befehl ausgeführt.

Opfer war Zeuge eines Autodiebstahls

Der junge russische Soldat aus Sibirien wollte den ukrainischen Ermittlern zufolge nach einem Angriff auf seinen Konvoi im Nordosten der Ukraine Ende Februar mit vier Kameraden in einem gestohlenen Auto fliehen. Dabei wurden sie von einem 62 Jahre alten Mann beobachtet. Der russische Soldat erschoss den Zeugen daraufhin.

dpa, AFP (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Mai 2022 | 12:30 Uhr

36 Kommentare

Bernd1951 vor 6 Wochen

Hallo O. B.,
"Tötet man Zivilisten im Krieg wird man verurteilt dafür"
In welcher heilen Welt leben Sie eigentlich ? Da würden alle Kriege schon nach kurzer Zeit wegen Personalmangel eingestellt.

ElBuffo vor 6 Wochen

Das Unrecht, einen Zivilisten zu erschießen, wird man schon erkennen. Wäre ja sonst ein prima Freibrief für Straftaten aller Art. So nach dem Motto: Wusste ich nicht und aufgeregt war ich auch. Nochmal zur Verinnerlichung: Man befindet sich in einem illegalen Angriffskrieg und hat dann Angst wegen eines Autodiebstahls Probleme zu bekommen. Deswegen erschießt man dann einen Zivilisten, vom dem keine Gefahr ausging. Das ist schon eine sehr billige Ausrede. Im allerbesten Fall ist das ein Beleg für eine totale Verrohung und/oder Verblödung in der russischen Armee.

O.B. vor 6 Wochen

Bernd, hm. Ein Aggressor erklärt einem den Krieg und wird dann platt gemacht weil der Gegner grössere Waffen hat. Dies zum Zweck seine eigenen Soldaten zu schützen!? Hätte man klein klein weiter gemacht wären noch tausende mehr gestorben. Mal ganz davon abgesehen haben beide an der Bombe gebastelt und Japan hätte auch nicht lange gefackelt sie einzusetzen.

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