UN-Bericht Staaten müssen Klimaschutzbemühungen für 1,5-Grad-Ziel versiebenfachen

Der diesjährige UN-Bericht zur Klimapolitik der Weltgemeinschaft kommt zu einem alarmierenden Urteil: Die aktuellen Klimaschutzpläne reichen demnach bei weitem nicht aus, um die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Die Staaten müssten dazu ihre Anstrengungen versiebenfachen. Der Bericht erscheint pünktlich vor der UN-Klimakonferenz COP26, die am Sonntag in Glasgow beginnt.

Symbolfoto Klimawandel und Klimakatastrophe - Erdkugel und Flammen auf gebrochenem Grund
2,7 statt 1,5 Grad Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts – das prognostiziert der aktuelle Klimabericht der UNO. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

In einem alarmierenden Bericht stellt die UNO der Weltgemeinschaft für ihre Klimapolitik ein miserables Zeugnis aus. Mit den derzeitigen nationalen Klimaschutzplänen lasse sich der Treibhausgasausstoß bis 2030 nur um 7,5 Prozent reduzieren. Zur Erreichung des im Pariser Klimaabkommen vereinbarten 1,5-Grad-Ziels seien jedoch 55 Prozent notwendig. Die Staaten müssen also ihre Bemühungen versiebenfachen.

Welt steuert auf Erwärmung von 2,7 Grad zu

Die Exekutivdirektorin des UN-Umweltprogramms Unep, Inger Andersen, erklärte: "Um eine Chance zu haben, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, haben wir acht Jahre Zeit, um die Treibhausgas-Emissionen fast zu halbieren." Die Welt müsse aufwachen und sich der drohenden Gefahr bewusst werden, der man als Spezies gegenüberstehe.

Wie der Unep-Bericht aufzeigt, steuere die Welt mit den von rund 120 Staaten vorgelegten Klimaschutzplänen auf eine Erwärmung von 2,7 Grad in diesem Jahrhundert zu. Die Corona-Pandemie habe 2020 zwar zu einem "beispiellosen" Rückgang der globalen Emissionen um 5,4 Prozent geführt. Doch selbst dieser Einschnitt reiche nicht aus, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

Klimakonferenz COP26 gilt als entscheidend

Der Unep-Bericht "Emissions Gap Report" ermittelt alljährlich die Lücke zwischen den zu erwartenden Emissionen und den Werten, die für eine Erreichung der Pariser Klimaziele notwendig sind. Die internationale Gemeinschaft hatte sich Ende 2015 in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Der diesjährige Bericht wurde kurz vor der UN-Klimakonferenz COP26 veröffentlicht, die am 31. Oktober im schottischen Glasgow beginnt. Dort soll festgelegt werden, wie die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens konkret erreicht werden sollen.

AFP (lvr)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2021 | 06:30 Uhr

17 Kommentare

Tacitus vor 5 Wochen

Ich bin ja gespannt, wie UN und Klimaktivisten die großen Hauptverursacher beim C02 Ausstoß (China, Indien, USA) kritisieren und zur Reduktion auffordern werden. Ich hol schon mal Popocorn raus, um mir diese Show anzusehen.
Vielleicht hüpfen dann Grete und Luisa vor der chinesischen Botschaft.

goffman vor 6 Wochen

@ Graf von Henneberg:
Jain. Wenn der Golfstrom zum Erliegen kommt, wird es in den Regionen, die derzeit von diesem erwärmt werden, eine Eiszeit geben - was für die betroffenen Regionen auch nicht besser wäre.
Andere Teile der Welt hätten trotzdem noch mit der Erderwärmung zu kämpfen.

Eulenspiegel vor 6 Wochen

Hallo nasowasaberauch
Wie ich sehe hinken sie mit ihren Erkanntnissen der real stattfindenden Endwicklung um Jahrzehnte hinter her.
Sie haben anscheinend immer noch nicht wahrgenommen dass es dieses erste Unterseekabel nach Norwegen gibt und das es "power tu Gas" gib t. Was sie schreiben stimmte tatsächlich mal. Das ist aber lange her. Und die Zeit wird nicht zurück kommen.

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