Politische Kontroverse Biden hält Putin für einen "Mörder"

US-Präsident Joe Biden hält den russischen Staatschef Wladimir Putin für einen "Mörder". Zugleich drohte Biden in einem Interview, Putin werde dafür "bezahlen", dass er seine Präsidentschaftskandidatur 2020 zu untergraben versucht habe.

Joe Biden verabschiedet sich in einer emotionalen Reden unter Tränen von seinem Heimatstaat Delaware
US-Präsident Joe Biden Bildrechte: dpa

US-Präsident Joe Biden hält den russischen Präsidenten Wladimir Putin für einen "Mörder". Der amerikanische Präsident war in einem Interview mit dem Sender ABC News gefragt worden, ob er der Ansicht sei, dass Putin "ein Killer sei" - der US-Präsident antwortete: "Das tue ich." Biden nannte keine weiteren Einzelheiten zu seiner Aussage.

Moskau reagierte sofort auf die Aussage Bidens. Der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, schrieb im Onlinedienst Telegram: "Putin ist unser Präsident und ein Angriff auf ihn ist ein Angriff auf unser Land".

Vorwurf der Einmischung

In dem Interview sagte Biden weiter, Putin werde dafür "einen Preis bezahlen", dass er seine Präsidentschaftskandidatur 2020 zu untergraben versucht habe. Nach Ansicht der US-Geheimdienste hat sich Russland bei der Wahl im November für den damaligen US-Präsidenten Donald Trump eingesetzt und sich bemüht, Biden zu schaden. Moskau habe den Ausgang der Wahl beeinflussen und Unfrieden im Land säen wollen, hieß es in einem am Dienstag vom Büro von US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines veröffentlichten Bericht.

Der Kreml wies den US-Geheimdienstbericht zurück. Der Bericht sei "falsch, absolut unbegründet und haltlos", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Agentur Interfax.

Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Russland habe sich weder in die US-Wahlen 2020 noch in die davor eingemischt. Eine derartige Behauptung seitens der USA schade nur den ohnehin schon angeschlagenen russisch-amerikanischen Beziehungen.

Nach der Kritik von Biden an Putin beorderte Russland am Abend seinen Botschafter in Washington zu Beratungen zurück nach Moskau. Gemeinsam mit Anatoli Antonow sollten die Beziehungen zwischen beiden Ländern erörtert werden, teilte das russische Außenministerium mit.

Der neue US-Präsident Biden hatte bereits im Wahlkampf eine härtere Gangart gegenüber Moskau angekündigt. Seinem Vorgänger Trump hatten Kritiker stets einen zu Putin-freundlichen Kurs vorgeworfen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2021 | 15:15 Uhr

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