Nach Hackerangriff US-Regierung weist zehn russische Diplomaten aus

Als Vergeltung für einen Russland zugewiesenen Hackerangriff und nach Vorwürfen der Einmischung in die US-Wahl hat die US-Regierung zehn russische Diplomaten ausgewiesen. Außerdem wurden Finanzsanktionen verhängt. Russland kündigte bereits Gegenmaßnahmen an. Deutschland und die anderen Nato-Staaten versicherten den USA ihre vorbehaltlose Unterstützung.

Schild vor der Botschaft der Russischen Föderation in Washington USA
Schild vor der Botschaft der Russischen Föderation in der US-Hauptstadt Washington. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Die US-Regierung hat zehn russische Diplomaten des Landes verwiesen – als Vergeltung für einen Russland zugewiesenen und bereits im Dezember 2020 aufgedeckten Hackerangriff sowie die angebliche russische Einmischung in die jüngste US-Wahl.

Ausweisungen und Finanzsanktionen

Nach Angaben des Weißen Hauses sind unter den ausgewiesenen Personen auch fünf russische Geheimdienstmitarbeiter der Washingtoner Botschaft. Außerdem verhängte die US-Regierung neue Finanzsanktionen gegen mehrere Personen und Organisationen in Russland. Zudem wurde US-Banken der Handel mit neuen russischen Staatsschulden verboten. Das Weiße Haus erklärte, zwar wolle man "stabile und berechenbare Beziehungen" zu Russland. Man habe aber auch klar gemacht, dass man nationale Interessen stets verteidigen werde.

Russland kündigt Gegenmaßnahmen an

Maria Sacharowa
Außenamtssprecherin Sacharowa: "Reaktion auf Sanktionen unvermeidlich." Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Russland kündigte unmittelbar nach der Verhängung der US-Sanktionen Gegenmaßnahmen an. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte, eine Reaktion auf die Sanktionen werde unvermeidlich sein. US-Botschafter John Sullivan sei bereits "zu einem schwierigen Gespräch" ins Moskauer Außenministerium einbestellt worden.

Zudem forderte Sacharowa die USA auf, sich mit der "objektiven Realität abzufinden, dass es eine multipolare Welt gibt, die eine amerikanische Vorherrschaft" ausschließe.

Deutschland und andere Nato-Partner solidarisch

Vorbehaltlose Rückendeckung erhielten die USA von Deutschland und den anderen Nato-Partnern. "Wir stehen solidarisch an der Seite der Vereinigten Staaten", heißt es in einer Erklärung. Man rufe Russland auf, seine "destabilisierenden Verhaltensweisen" unverzüglich einzustellen. Als Beispiele wurden in der Erklärung neben "böswilligen Cyberaktivitäten" und "Wahlbeeinflussungsversuchen" auch "Desinformationskampagnen" genannt. Zudem verurteilten die Nato-Partner noch einmal den mutmaßlichen Nervengift-Anschlag auf den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sowie die Ukraine-Politik Russlands.

Quelle: MDR/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. April 2021 | 15:45 Uhr

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