20. Jahrestag USA gedenken Opfer der Anschläge vom 11. September

Zwanzig Jahre nach den Anschlägen vom 11. September hat US-Präsident Biden das Land zur nationalen Einheit aufgerufen – diese sei die größte Stärke des Landes. Die USA gedenken heute der fast 3.000 Terroropfer. In New York versammelten sich die Menschen zu einer Schweigeminute. Aus der ganzen Welt kamen Beileidsbekundungen. Bundeskanzlerin Merkel verteidigte die militärische Reaktion der Nato auf die Anschläge.

Rosen stecken neben dem Namen Frank Spinelli.
Am Ground Zero in New York sind die Namen der Opfer eingraviert – und anlässlich des Gedenktages mit frischen Blumen bedacht. Bildrechte: dpa

Zwanzig Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September gedenken die USA der fast 3.000 Todesopfer. In New York begann um 8:46 Uhr Ortszeit eine Schweigeminute am sogenannten Ground Zero, dem Anschlagsort im Süden Manhattans – genau zu der Zeit, an der islamistische Terroristen vor 20 Jahren das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers gesteuert hatten. Im Anschluss verlasen Angehörige die Namen der Getöteten.

Zur Trauerfeier in New York kamen neben US-Präsident Joe Biden und seiner Frau Jill auch zahlreiche Angehörige von Opfern sowie Überlebende. Auch die ehemaligen Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton waren mit ihren Ehefrauen anwesend.

Biden fordert "nationale Einheit"

Zuvor hatte Biden das Land in einer Videobotschaft zur nationalen Einheit aufgerufen. Biden sagte, Einheit sei die größte Stärke der USA. Das bedeute nicht, dass alle dasselbe glauben müssten. Es sei aber wichtig, sich zu respektieren und aneinander zu glauben. In den Tagen nach den Anschlägen sei heldenhaftes Handeln, Widerstandskraft und "ein wahres Gefühl der nationalen Einheit" demonstriert worden.

Wörtlich sagte er : "Für mich ist dies die zentrale Lektion des 11. Septembers, dass dann, wenn wir am verletzlichsten sind, (...) im Kampf für die Seele Amerikas, die Einheit unsere größte Stärke ist."

Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig respektieren und aneinander glauben.

Joe Biden US-Präsident

Teilnehmer bei Gedenkfeier 9/11 in New York
Die Anschläge vom 11. September 2001 haben sich tief ins nationale Gedächtnis der USA eingegraben. Bildrechte: dpa

Merkel verteidigt Nato-Einsatz

Aus der ganzen Welt kamen Beileidsbekundungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte die militärische Reaktion der Nato auf die Anschläge. Während ihres Besuchs in Polen sagte sie, vor 20 Jahren habe man die erschreckenden Bilder gesehen und gewusst, dass man sich gegen die Terror-Gefahren habe wehren müssen. Merkel räumte aber ein, dass nicht alle Ziele erreicht worden seien.

Bundesaußenminister Heiko Maas erklärte, Deutschland trauere am 20. Jahrestag der Attentate gemeinsam mit den USA. Es bleibe die Erkenntnis, dass dauerhafte Instabilität, Extremismus und Terror in entfernteren Regionen der Welt uns irgendwann alle angingen. Er sagte: "Wir dürfen nicht den klaren Blick darauf verlieren, dass nicht nur die USA angegriffen wurden, sondern wir alle."

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, schrieb auf Twitter, der Tag der Anschläge sei eine bleibende Mahnung. "Das Gebot der Stunde ist ein entschiedenes Auftreten gegen Fundamentalismus und jegliche Form von Terror – am besten durch Brücken des Dialogs."

EU ruft zu Wachsamkeit auf

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb am Samstag auf Twitter: "Die EU steht hinter den USA bei der Verteidigung von Freiheit und Mitgefühl gegen den Hass."

Europaparlaments-Präsident David Sassoli erklärte, die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidigungsministerium seien "eine offene Wunde in unseren Herzen". Zwanzig Jahre später sei der Kampf gegen den Terrorismus immer noch nicht beendet. "Wir werden immer wachsam bleiben", so der Italiener.

Johnson: "Werte nicht aufgegeben"

Der britische Premier Boris Johnson erklärte in einer Videobotschaft, die Attentäter hätten es nicht geschafft, den Glauben an Freiheit und Demokratie zu untergraben. Mit den Angriffen auf die größte Demokratie der Welt hätten die Terroristen versucht, das Vertrauen freier Menschen in aller Welt in offene Gesellschaften zu zerstören. Die Menschen hätten jedoch weder ihre Werte aufgegeben, noch lebten sie in dauerhafter Angst.

Die britische Königin Elizabeth II. schrieb in einer Nachricht an Biden, sie sei mit Gedanken und Gebeten bei den Opfern, Überlebenden, betroffenen Familien und Rettungskräften.

Ein Flugzeug fliegt in das World Trade Center in New York. 4 min
11.09.2001: Terroranschlag auf das World Trade Center in New York Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie 9/11 das Leben von Muslimen in den USA geprägt hat

MDR AKTUELL Sa 11.09.2021 13:22Uhr 03:44 min

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Drei Anschlagsorte – vier Flugzeuge

Am 11. September 2001 hatten Mitglieder des islamistischen Terrornetzwerks Al Kaida mehrere Flugzeuge entführt. Zwei steuerten sie ins World Trade Center in New York. Mit einem Flugzeug flogen sie in das US-Verteidigungsministerium vor den Toren der Hauptstadt Washington.

Eine vierte Maschine stürzte in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania ab, nachdem sich die Passagiere gegen die Angreifer aufgelehnt hatten. Insgesamt kamen 2.977 Menschen ums Leben, mehr als 6.000 weitere wurden verletzt.

Die Anschläge lösten den US-geführten Militäreinsatz in Afghanistan aus, der erst vor kurzem beendet wurde. Der Drahtzieher der Anschläge, Al-Kaida-Chef Osama bin Laden, hielt sich unter dem Schutz der Taliban in Afghanistan auf.

Quelle: dpa, AFP, epd, KNA (cga)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. September 2021 | 06:00 Uhr

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