Konflikt in Ostukraine USA: Russland schafft Vorwand für Einmarsch in Ukraine

Russland arbeitet nach Einschätzung der US-Regierung daran, einen Vorwand für eine Invasion in der Ostukraine zu schaffen. Russische Agenten unter falscher Flagge bereiteten Anschläge vor, um ein russisches Eingreifen zur rechtfertigen – wie 2014 auf der Krim. Der Kreml wies die Anschuldigungen als erfunden zurück. 

Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Hauses, spricht bei einem Pressebriefing im Weißen Haus.
Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Hauses: US-Geheimdiensten zufolge bereitet Russland eine Invasion in der Ostukraine vor. Bildrechte: dpa

Die US-Regierung hat Russland vorgeworfen, mit fingierten Anschlägen einen Einmarsch in die Ukraine vorzubereiten. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Freitag: "Wir haben Informationen, die darauf hindeuten, dass Russland bereits eine Gruppe von Agenten aufgestellt hat, um eine Operation unter falscher Flagge im Osten der Ukraine durchzuführen."

Sabotage und Desinformation sollen Vorwand für Eingreifen liefern

Regierungsvertreter in Washington erklärten, diese russischen Agenten seien "im Häuserkampf und im Einsatz von Sprengstoff ausgebildet, um Sabotageakte gegen Russlands eigene Stellvertreterkräfte zu verüben". Russland wolle einen Vorwand für eine Invasion erfinden, unter anderem durch Sabotageakte und Desinformationskampagnen. Ziel sei es, der Ukraine vorzuwerfen, einen "unmittelbar bevorstehenden Angriff auf russische Kräfte in der Ostukraine vorzubereiten". Der mögliche russische Einmarsch könnte demnach „zwischen Mitte Januar und Mitte Februar" starten.

Der Westen befürchtet angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine, dass Russland nach der Annexion der Krim 2014 derzeit einen Einmarsch im Nachbarland vorbereitet.

Kreml: Vorwürfe sind haltlos

Die Aussagen aus Washington stießen in Moskau auf Empörung. "All diese Erklärungen waren bisher haltlos und wurden durch nichts bestätigt", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitagabend der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

Gleichzeitig fordert er von den USA und der Nato Abkommen, mit denen eine Osterweiterung der Nato sowie die Errichtung von US-Militärstützpunkten in Staaten der ehemaligen sowjetischen Einflusssphäre untersagt werden sollen.

Gespräche zwischen den USA und Russland, ein Treffen des Nato-Russland-Rats und Gespräche im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ( OSZE ) brachten in dieser Woche keinen Durchbruch.

AFP, DPA, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Januar 2022 | 20:00 Uhr

4 Kommentare

besorgter Querdenker vor 1 Wochen

Mal davon abgesehen, dass es in diesem Artikel nicht darum geht: Putin (heute sogar älter als Jelzin bei dessen Rücktritt, der seinerzeit als Opa verspottet wurde) würde in einem wesentlich schlechterem Licht dastehen als sein Vorgänger, hätte es in den letzten 20 Jahren auch nur ansatzweise so viel Meinungsfreiheit in Russland gegeben wie zu Jelzins Zeiten. Den "Zaren" ins Lächerliche zu ziehen ist tabu. Aber nicht nur er - Geheimdienstler und professioneller Lügner - ist das Problem, sondern das ganze System, dass er repräsentiert. Die USA und Europa tun gut daran, den Nationalismus und Militarismus aus dem Osten ernst zu nehmen. Warum eigentlich erst jetzt?

Ralf Richter vor 1 Wochen

Angesichts des Rückfalls der USA in die Zeit des Kalten Krieges sollte Deutschland schleunigst die NATO verlassen, bevor aus einem kalten ein heißer Krieg wird.
Der Westen kann einfach nicht mit selbstbewußten Nationen außerhalb ihres eigenen Dunstkreises umgehen. Am liebsten wäre es natürlich der NATO & Co., wenn der russische Präsident ein debiler, willenloser, Wodka saufender Typ wie seinerzeit Jelzin wäre.
Nur den Gefallen tut Putin ihnen nicht, Gott sei Dank.

kleinerfrontkaempfer vor 1 Wochen

Was von vollmundigen Ankündigungen der USA in Sachen Sicherheitspolitik zu halten ist weiß man doch spätestens seit der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak. Im Falle NATO-Ukraine sollte Europa besser reagieren. Denn: Wenn es hier knallt ist das in Europa. Nicht in Amerika! Verdenken kann mann Rußland diese strikte Linie nicht. Seit den Kriegen die dieses Land erleben mußte, ist es um eine territoriale "Pufferzone" bemüht. Die USA-NATO wissen das und setzen mit ihrer Politik der Ausdehnung wissentlich auf Konfrontation. Noch dazu seit Absprachen zur Ausdehnung der NATO im Zuge der "Wiedervereinigung" Doitschlands bewußt negiert und weggedrückt werden. Inzwischen sind die objektiven Medien schlauer da verschiedene Archive geöffnet wurden.
Empfehlenswert hier für Interessierte ein Presseartikel in der Süddt.Zeitung vom 23.12.21

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