US-Präsidentenwahl Biden oder Trump? Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Zielgeraden

Nachdem Amtsinhaber Donald Trump zunächst wie der knappe Sieger schien, holt Herausforderer Joe Biden bei der langwierigen Auszählung der Briefwahlstimmen nach und nach auf. Wann könnte der Sieger feststehen?

Die Wahlhelferin Mary Pluszczynsky bringt am Tag der US-Präsidentschaftswahl Tabletts mit Stimmzetteln heraus, damit die Wahlinspektoren die Stimmzettel im Rathaus in Warren, Michigan, auszählen können.
Haben schwer zu tun: Wahlhelferinnen in den USA. Bildrechte: dpa

Auch am zweiten Tag nach Schließung der Wahllokale steht bisher kein Sieger der US-Präsidentenwahl fest. Nachdem sich der republikanische Amtsinhaber Donald Trump zunächst Hoffnung auf eine knappe Wiederwahl machen konnte, hat sein demokratischer Herausforderer Joe Biden in den traditionellen Wechselwähler-Bundesstaaten nach anfänglichem Rückstand bei der Auszählung der Stimmen Prozent um Prozent aufgeholt. Gezählt werden derzeit vor allem die Briefwahlstimmen, deren Anzahl wegen der Corona-Pandemie in diesem Wahljahr besonders hoch ist.

Am Mittwochabend riefen die US-Medien Biden als knappen Gewinner in den Bundesstaaten Michigan und Wisconsin aus. In beiden Bundesstaaten gewann vor vier Jahren noch Donald Trump und auch dieses Jahr lag er lange vorn, bis mehr und mehr Briefwahlstimmen, insbesondere aus größeren Städten dazu führten, dass sich das Blatt wendete.

In Arizona und Nevada führt Biden schon seit Mittwoch hauchdünn, in Georgia ist Trumps Vorsprung zuletzt regelrecht eingeschmolzen. Knappe Vorsprünge behauptet Trump auch in den außerdem noch nicht fertig ausgezählten Ländern Pennsylvania und North Carolina. Tendenz auch dort: Biden holt durch die Auszählung der Briefwahlstimmen auf.

Biden braucht noch zwei Staaten zum Sieg – oder Pennsylvania allein

Stand Donnerstagmorgen Ortszeit – also am Morgen in den USA – benötigte Biden noch Siege in zweien der genannten Staaten. Gewinnt er in Pennsylvania, würde auch dies allein zum Gesamtsieg reichen, denn dort gibt es 20 Stimmen von Wahlleuten zu erringen, 17 benötigt Biden, um die nötige Mehrheit von 270 Stimmen zu erreichen. In Pennsylvania könnte die Auszählung laut "New York Times" unter Berufung auf die Behörden des Staates noch bis zum Freitag andauern. Für die Wahl des Präsidenten nicht mehr entscheidend werden die Stimmen in Alaska. In dem traditionell republikanisch geprägten Land mit drei zu vergebenen Stimmen von Wahlleuten führt Trump erwartungsgemäß deutlich.

Wann mit einem vorläufigen Endergebnis zu rechnen ist, lässt sich kaum prognostizieren. Die Auszählungen verlaufen so eng, dass sich die Wahlbeobachter zurückhalten, Gewinner in Staaten auf Grundlage der ausgezählten Stimmen und weiterer Hochrechnungen – möglicherweise verfrüht – einer Seite zuzuschlagen.

Ergebnis möglicherweise in der Nacht

In Arizona und Nevada sind zusammen genau die von Biden benötigten 17 Stimmen zu vergeben. In Nevada wollen die Behörden laut "New York Times" am Donnerstag mittags (Ortszeit, in Europa wäre dies gegen 18 Uhr) weitere Ergebnisse bekanntgeben, in Arizona gegen 21 Uhr (in Europa nachts um 3 Uhr). Zu den Ergebnissen, die bekanntgegeben werden sollen, gehören auch die der Großstadt Phoenix. Der Sender Fox News hat Biden bereits zum Sieger in Arizona ausgerufen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit steht in der Nacht ein vorläufiger Sieger fest – was aber nicht heißt, dass es nicht doch viel schneller gehen kann. Oder es nicht doch noch einige Zeit dauern wird. Und auch dann werden die Amerikaner wohl noch mehr Geduld aufbringen müssen, um zu erfahren, wer in den nächsten vier Jahren ihr Präsident sein wird. Das Team von Donald Trump hat bereits Klagen gegen die Wahl in verschiedenen Bundesstaaten angekündigt und zum Teil eingereicht. Zudem will der Präsident die Stimmen in mindestens einem Bundesstaat ein zweites Mal zählen lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 05. November 2020 | 19:30 Uhr

19 Kommentare

esSKaa vor 32 Wochen

Herr Kaminsky, das ist Ihr gutes Recht. Ich allerdings hoffe, dass der wirre alte Mann von gestern als Ausrutscher in die Geschichte eingeht. Er hat die Welt schlechter gemacht. Und auf der leben wir nun mal alle.

Norbert 56 NRW vor 32 Wochen

Selbst wenn Mickey Mouse Präsident würde, was juckt es uns ? Die Amis haben gewählt oder zumindest so etwas in der Art also sollen Sie damit klar kommen. Die Arroganz unserer Politiker find ich ätzend, zu meinen in Richtung USA Klugzuscheissen, nur weil Ihnen Trump nicht passt. Ich finde seine Art auch völlig ätzend und seine Umgangsformen das letzte, aber das ist nicht mein Problem. Obama war smarter aber ebenso skrupellos wenn es sein Land anging. Hätte er seinen Job als Präsident in 8 Jahren richtig gemacht, gäbe es kein BLM...
Einem Volk das die KV als sozialistisch ansieht, aber das Waffengesetz partout nicht ändern will hat in meinen Augen nichts besseres verdient als Donald Twitter oder Sleepy Joe...

Normalo vor 32 Wochen

Warum gibts nicht einen Zettel auf dem man Biden oder Trump ankreuzen kann. Das ergibt am Ende zwei Haufen zettel die in Kürze ausgezählt sind. Klappt in jeder Kllassensprecherwahl 😁

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