Verteidigungsministerin Russland auf dem Schirm – Lambrechts erste Auslandsreise

Die neue Verteidigungsministerin Christine Lambrecht tritt am Sonntag ihre erste Auslandsreise an. In Litauen wird die SPD-Politikerin dabei insbesondere den von der Bundeswehr geführten Nato-Kampfverband besuchen.

Christine Lambrecht
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht soll bei ihrem Besuch in Litauen auch die dort stationierten deutschen Soldatinnen und Soldaten kennenlernen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Wirklich Zeit zum entspannten Einarbeiten bleibt der neuen Verteidigungsministerin nicht. Dafür sorgt schon Russlands Präsident Wladimir Putin mit einem massiven Truppenaufmarsch nahe der ukrainischen Grenze. Ein Thema, das die erste Auslandsreise von Christine Lambrecht prägen beziehungsweise überschatten wird. Denn Gastgeber Litauen fühlt sich genau wie die anderen baltischen Länder sowie Polen unmittelbarer durch Russland bedroht als andere Nato-Staaten.

Kennenlernen mit der Truppe

Zur Absicherung und Abschreckung hatte das Verteidigungsbündnis Anfang 2017 vier – jeweils rotierende – Kampfverbände an die Ostflanke entsandt. Eine Reaktion auf die Annexion der Krim durch Russland. Einen wichtigen Pfeiler dieser sogenannten "verstärkten Vornepräsenz" (Enhanced Forward Presence) bildet die Bundeswehr, die den Verband in Litauen anführt.

Derzeit sind dort rund 570 deutsche Soldatinnen und Soldaten stationiert. Für die neue Ministerin, die sich zu Verteidigungsfragen in den vergangenen Jahren kaum je geäußert hatte, soll der Besuch auch Gelegenheit sein, die Truppe näher kennenzulernen.

Umgang mit Nato-Ostflanke unklar

Über allem schwebt letztlich die Frage nach dem richtigen Umgang mit Russland. Innerhalb der Nato gebe es Pläne, die Ostflanke des Bündnisses noch weiter zu stärken, hatte der "Spiegel" berichtet. Indem auch in Rumänien und Bulgarien Kontingente von bis zu 1.500 Soldaten aufgebaut werden. Dazu werden sich Deutschland und auch die SPD, die in Teilen als russlandfreundlich gilt, positionieren müssen.

Moskau verlangt von der Nato das genaue Gegenteil. Nämlich, wie am Freitag bekannt wurde, dass die Allianz keine weiteren Truppen in Richtung Osteuropa verschiebt und eine Mitgliedschaft etwa der Ukraine ausschließt. Die durch Russland aufgebaute Drohkulisse könnte dem Zweck dienen, wird vermutet, diese "Sicherheitsgarantien" durchzusetzen.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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