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An der Weltklimakonferenz nehmen Vertreter aus mehr als 190 Ländern teil. Bildrechte: dpa

UN-Gipfel in GlasgowWeltklimakonferenz beginnt mit eindringlichen Appellen

von MDR AKTUELL

Stand: 31. Oktober 2021, 16:46 Uhr

Gemeinsamer Erfolg oder gemeinsames Scheitern – auf diese Kurzformel bringt der Präsident der Weltklimakonferenz die Herausforderung für die kommenden zwei Wochen. Auch die Präsidentin des UN-Klimasekretariats warnt zum Start in Glasgow vor einer "düsteren Zukunft".

Mit Appellen zum verstärkten Kampf gegen die Erderwärmung hat am Sonntag die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow begonnen. Der britische Konferenzpräsident Alok Sharma sagte zur Eröffnung, die Folgen des Klimawandels seien bereits unübersehbar. Dazu zählten Fluten, Brände und Rekordtemperaturen. Er verwies auf den jüngsten Bericht des Weltklimarates, wonach kein Zweifel mehr besteht, dass der Klimawandel von Menschen verursacht ist. Sharma mahnte zum Handeln: "Wir werden gemeinsam Erfolg haben oder gemeinsam scheitern".

Im Mittelpunkt der zweiwöchigen Beratungen von Delegierten aus mehr als 190 Ländern steht die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, das die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad begrenzen soll. Vom gerade zu Ende gegangenen G20-Gipfel ging dafür kein starkes Signal aus.

UN: Schnelle Minderung von Treibhausgasemissionen nötig

Patricia Espinosa Bildrechte: dpa

Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Patricia Espinosa, sagte, es gehe beim Kampf gegen die Erderwärmung nicht nur um die Umwelt, sondern um globalen Frieden und Stabilität. Die Menschheit stehe vor einer klaren Wahl, betonte sie: "Entweder wir entscheiden uns für eine schnelle und umfassende Minderung von Treibhausgasemissionen, um das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken – oder wir akzeptieren, dass die Menschheit auf diesem Planeten einer düsteren Zukunft entgegensieht."

Umweltministerin sieht andere in der Pflicht

Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Svenja Schulze erklärte in Berlin, in Glasgow gehe es darum, offene Fragen zu den Regeln der internationalen Zusammenarbeit beim Klimaschutz zu vereinbaren. Wenn das gelinge, könne das eine neue Phase der Kooperation einleiten. Sie hob hervor, dass die EU, die USA und andere Länder sich neue, ehrgeizige Klimaziele gesetzt hätten. "Einige große Volkswirtschaften müssten nun folgen und ebenfalls ehrgeizigere Pläne verkünden", forderte die SPD-Politikerin.

Entwicklungsminister fordert Geld für arme Staaten

Der scheidende Entwicklungsminister Gerd Müller sagte, die Weltklimakonferenz müsse einen "Schutzschirm für die Ärmsten und Verwundbarsten aufspannen". Die Industrieländer müssten ihre Zusage einhalten, jährlich 100 Milliarden Dollar an öffentlichen und privaten Mitteln als Klima-Hilfen für arme Staaten bereitzustellen, sagte der CSU-Politiker. Nach OECD-Berechnungen ist dieser Wert noch nicht erreicht. Die finanzielle Unterstützung armer Staaten im Kampf gegen die Erderwärmung ist eines der zentralen Themen des Gipfels.

Bisherige Zusagen reichen nicht aus

Auf der Tagesordnung steht auch eine Bewertung der freiwilligen nationalen Klimaziele bis 2030, die die Staaten vor der Konferenz eingereicht haben. Nach einem jüngst veröffentlichten UN-Fortschrittsbericht reichen die bisherigen Zusagen allenfalls aus, um den Temperaturanstieg auf 2,7 Grad zu begrenzen. Außerdem wollen die Klimadiplomaten über Transparenzregeln, Berichtspflichten und die Ausgestaltung eines internationalen Handels mit CO2-Emissionsrechten verhandeln.

Quelle: MDR/epd/dpa (ala)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL Radio | 31. Oktober 2021 | 15:30 Uhr