Waffengewalt in der USA Tote nach Schüssen an Grundschule in Texas

Die USA wurde einmal mehr von einem Schulmassaker erschüttert. An einer Grundschule im Bundesstaat Texas hat ein 18-Jähriger 19 Schüler und zwei Lehrkäfte erschossen. Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus. US-Präsident Biden ließ die Flaggen an Gebäuden auf Halbmast setzen. Unterdessen flammt die Diskussion über die Waffengesetze in den USA wieder auf.

Polizisten gehen am Einsatzort nach Schüssen in einer Grundschule.
Nach Angaben der Polizei wird von einem gerade erst 18 Jahre alt gewordenen Einzeltäter ausgegangen. Bildrechte: dpa

Ein 18 Jahre alter Jugendlicher hat am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in einer Grundschule in Uvalde im US-Bundesstaat Texas 19 Schulkinder und zwei Erwachsene getötet.

Täter erschießt 19 Kinder an Grundschule

Polizisten gehen nach Schüssen in einer Grundschule in einem abgesperrten Bereich.
Polizisten in der Nähe des Tatorts in Uvalde in Texas Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Angriff ereignete sich an einer Grundschule der südtexanischen Kleinstadt Uvalde. Der Täter hatte nach Angaben des texanischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit zunächst seine Großmutter angeschossen und schwer verletzt. Anschließend floh er aus deren Wohnung und flüchtete in einem Auto.

Nach einem Unfall drang er in die Robb Elementary School ein, wo er in mehreren Klassenzimmern das Feuer eröffnete. Er tötete 19 Kinder und zwei Erwachsene und verletzte nach Krankenhausangaben noch mehr als ein Dutzend weitere Kinder, bevor er von Polizisten erschossen wurde.

Schütze kündigte Tat auf Facebook an

Über das Motiv des Schützen ist noch nichts bekannt. Die Polizei geht davon aus, dass er allein handelte. Der Angreifer hatte seine Tat kurz zuvor auf Facebook angekündigt. Wie der texanische Gouverneur Greg Abbott mitteilte, veröffentlichte der 18-Jährige auf der Online-Plattform zunächst eine Botschaft, wonach er seine Großmutter erschießen werde. Anschließend habe er vermerkt, er habe auf seine Großmutter geschossen. In einer dritten Botschaft habe er schließlich geschrieben, er werde an einer Grundschule das Feuer eröffnen. Abbot sagte, diese Nachricht habe er nur rund 15 Minuten vor seinem Eintreffen an der Robb Elementary School abgesetzt.

Biden fordert in emotionaler Rede strengere Waffengesetze.

US-Präsident Joe Biden wandte sich nach der Tat in einer emotionalen Rede an die Nation und forderte strengere Waffengesetze. "Ich bin angewidert und müde", sagte Biden. "Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden", sagte Biden. Die Vorstellung, dass ein 18-jähriger Junge in ein Waffengeschäft gehen und sich zwei Sturmgewehre kaufen könne, sei einfach falsch.

Biden war erst am Abend von einer mehrtägigen Asien-Reise zurückgekehrt und äußerte sich kurz danach im Weißen Haus. Er ordnete an, bis einschließlich Samstag die Flaggen auf allen öffentlichen Gebäuden in den USA auf halbmast zu setzen.

Neue Debatte über US-Waffengesetze

Der demokratische Senator Chris Murphy forderte den Senat auf, das Waffenrecht sofort zu verschärfen. Demokraten und Republikaner sollten zusammenarbeiten. Dieses Attentat sei vermeidbar gewesen, die Kinder hätten nicht einfach nur Pech gehabt.

Das passiert nur in diesem Land und nirgendwo anders.

Chris Murphy Demokrat und US-Senator

Der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas warf den Demokraten allerdings vor, die Attacke in Uvalde zu "politisieren", um das Recht auf Waffenbesitz einzuschränken.

Viele Todesfälle durch Schusswaffen

Ähnliche Taten, auch an Schulen, kommen in den USA öfter vor. Vor einer Woche hatte ein Mann mit einem Sturmgewehr in Buffalo im US-Staat New York in einem Supermarkt um sich geschossen, zehn Menschen getötet und drei weitere verletzt. Er wurde noch am Tatort festgenommen. Diese Tat war wohl rassistisch motiviert. Elf der 13 Opfer waren Schwarze.

Im Jahr 2021 zählte die US-Bundespolizei FBI insgesamt 61 sogenannte Amokläufe mit Schusswaffen in den USA. Das seien über 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das FBI am Montag mit. Insgesamt verzeichnete die Gesundheitsbehörde CDC in ihrer aktuellsten Statistik für 2020 insgesamt 45.222 Todesopfer durch Schusswaffengebrauch in den USA.

dpa (ksc)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 25. Mai 2022 | 19:30 Uhr

Mehr aus der Welt