Internationale Energieagentur Weltweite Nachfrage nach Kohlestrom erreicht Rekordwert

Der steigende Verbrauch in China, Indien und den USA treibt die weltweite Nachfrage nach Kohlestrom in diesem Jahr auf ein Rekordhoch. Das Plus liegt nach Angaben der Internationalen Energieagentur bei neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angekurbelt wird der Anstieg durch eine rasche Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise. Mehr als die Hälfte der weltweiten Kohleverstromung entfällt auf China, und auch in Deutschland ist die Kohle nach wie vor ein wichtiger Energieträger.

Wasserdampf steigt in den frühen Morgenstunden aus dem Kühlturm des Uniper Kohlekraftwerk Datteln 4.
Kohlekraftwerke wie Datteln 4 sind in Deutschland nach wie vor wichtiger Bestandteil der Stromerzeugung. Bildrechte: dpa

Der steigende Verbrauch in China, Indien und den USA hat die weltweite Nachfrage nach Kohlestrom in diesem Jahr auf ein Rekordhoch getrieben. Das teilte die Internationale Energieagentur (IEA) mit. Die globale Stromerzeugung aus Kohle wird demnach voraussichtlich 10.350 Terawattstunden erreichen. Das entspreche einem Anstieg von neun Prozent. Angekurbelt werde der Anstieg durch eine rasche Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise. Diese habe den Strombedarf "viel schneller in die Höhe getrieben, als eine kohlenstoffarme Versorgung mithalten kann", erklärte die Behörde .

Die Gesamtnachfrage nach Kohle, auch für Branchen wie die Zement- und Stahlindustrie, dürfte in diesem Jahr voraussichtlich um sechs Prozent zulegen, hieß es weiter. Hier würden die Rekordwerte aus den Jahren 2013 und 2014 zwar nicht überschritten. Das könne aber im kommenden Jahr der Fall sein. IEA-Chef Fatih Birol sieht in dem Anstieg "ein besorgniserregendes Zeichen dafür, wie weit die Welt in ihren Bemühungen vom Weg abgekommen ist, die Emissionen auf Netto-Null zu senken".

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Umwelt in Ostdeutschland Do 28.10.2021 19:40Uhr 24:48 min

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China deutlich führend bei Kohleverstromung

Auf China entfällt nach Aussage der Internationalen Energieagentur mehr als die Hälfte der weltweiten Kohleverstromung. 2021 dürfte der Verbrauch in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft um neun Prozent zulegen. Für Indien erwartet die IEA sogar eine Steigerung um zwölf Prozent.

Die Regierung in Peking hat zugesagt, mit der Reduzierung des Kohleverbrauchs zu beginnen. Das soll jedoch erst nach 2025 geschehen. Chinesischen Forschern zufolge könnten in der Volksrepublik von 2021 bis 2025 bis zu 150 Gigawatt an neuen Kohlekraftwerkskapazitäten gebaut werden.

Anstieg der Kohleverstromung auch in Deutschland

Kohle war auch in Deutschland im dritten Quartal der wichtigste Energieträger zur Stromerzeugung: Wie das Statistische Bundesamt in dieser Woche mitteilte, verzeichnete der Strom aus Kohlekraftwerken mit einem Plus von 22,5 Prozent einen starken Anstieg. Der Anteil von Kohle an der insgesamt eingespeisten Strommenge betrug damit 31,9 Prozent.

Der beim Weltklimagipfel im November in Glasgow verabschiedete Pakt enthält erstmals eine Formulierung, die die Länder auffordert, ihre Abhängigkeit von Kohle zu verringern und die Subventionen für fossile Brennstoffe zurückzufahren. Diese sind nach Ansicht von Wissenschaftlern die Hauptursache für den vom Menschen verursachten Klimawandel.

Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag von einem Kohleausstieg "idealerweise schon 2030" geschrieben. Der bisherige Termin ist 2038.

Reuters (phb)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Dezember 2021 | 10:00 Uhr

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