Auszeichnung Wirtschafts-Nobelpreis für drei Arbeitsmarkt-Forscher

David Card setzt sich mit Arbeitsökonomie auseinander, Joshua D. Angrist und Guido W. Imbens befassen sich mit der Analyse von Kausalzusammenhängen. Alle drei haben aus Sicht der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt geliefert. Dafür wurden sie jetzt mit dem Nobelpreis geehrt.

David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens
Die Königlich-Schwedische Akademie gibt in Stockholm die drei Preisträger im Bereich Wirtschaftswissenschaften bekannt. Bildrechte: IMAGO / TT

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an drei Forscher aus Nordamerika. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt.

Die eine Hälfte des Preises bekommt der gebürtige Kanadier David Card für "seine empirischen Beiträge zur Arbeitsökonomie". Er forscht unter anderem zur Auswirkung von Mindestlöhnen auf den Arbeitsmarkt.

Die andere Hälfte des Nobelpreises teilen sich der US-Amerikaner Joshua D. Angrist und der niederländisch-amerikanische Wissenschaftler Guido W. Imbens. Sie werden für "ihre methodischen Beiträge zur Analyse von Kausalzusammenhängen" geehrt. Alle drei Preisträger arbeiten in den USA.

Arbeitsmarkt: Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung

Die Akademie erklärte, alle drei Forscher "haben uns neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt geliefert und gezeigt, welche Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung aus natürlichen Experimenten gezogen werden können". Viele der großen Fragen in den Sozialwissenschaften hätten mit Ursache und Wirkung zu tun.

Eine der Fragen sei etwa, wie sich Einwanderung auf das Lohn- und Beschäftigungsniveau auswirke. Diese Fragen seien schwer zu beantworten, weil es dazu keine Vergleiche gebe. Man wisse nicht, "was passiert wäre, wenn es weniger Zuwanderung gegeben hätte", so die Akademie. Die diesjährigen Preisträger hätten jedoch gezeigt, dass es möglich sei, solche und ähnliche Fragen mit natürlichen Experimenten zu beantworten.

Wirtschafts-Nobelpreis wird von Reichsbank gestiftet

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht nicht auf das Testament des Stifters Alfred Nobel zurück, sondern wird von der Schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel gestiftet. Er ist mit zehn Millionen Kronen dotiert, das sind umgerechnet rund 960.000 Euro.

Zwei Nobelpreise gehen an Deutsche

Die Vergabe des Nobelpreises in Wirtschaftswissenschaften schließt traditionell die Woche ab, in der die Träger der Nobelpreise verkündet werden. In diesem Jahr gehen zwei der Preise auch nach Deutschland. So erhält der Chemiker Benjamin List eine Auszeichnung. Der Klima-Modellierer Klaus Hasselmann wird im Bereich Physik geehrt. Verliehen werden die Nobelpreise am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel.

Quelle: dpa, AFP, Reuters (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Oktober 2021 | 13:00 Uhr

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